Austausch

US-Schüler aus Massachusetts schnuppern in Basel

Die herunterklappbaren Holzstühle im Grossratssaal sind für einmal nicht von Basler Politikern besetzt, sondern von etwa 60 Schülern, die aufgeregt auf Englisch durcheinander plaudern. Im Rathaus wurden die Austausch-Schüler aus Massachusetts begrüsst.

Die einen sprechen mit Schweizer Akzent, die anderen mit amerikanischem. Regierungspräsident Guy Morin, Stefan Binkert, Konrektor des Wirtschaftsgymnasiums und Oswald Inglin, Konrektor am Gymnasium Leonhard, begrüssen rund 30 Schüler aus dem Basler Partnerstaat Massachusetts. Die Jugendlichen der High Schools Wakefield und Natick nehmen derzeit an einem Austauschprogramm mit dem Leonhards- und dem Wirtschaftsgymnasium teil. Im Herbst haben die Basler ihre Gäste drei Wochen in den USA besucht.

Der Austausch kommt im Rahmen des Immersion-Projekts an den beiden Basler Gymnasien zustande. Hier können Schüler fakultativ den Geschichts- und Geografie-Unterricht auf Englisch besuchen. «Die Schüler lernen die amerikanische Kultur und Geschichte kennen», sagt Konrektor Inglin. «Meine Schüler verstehen anhand der Treffen amerikanische Rituale besser und umgekehrt.» So sehen das auch die Wakefield-Lehrer Paula Guttadauro und Andrew Moody.

Freundschaft mit nicht EU-Land

Auf Besuch im Rathaus ist Alex Daniels, Presseattaché der US-Botschaft in Bern. «Damit zwischen den Nationen Frieden herrscht, müssen sich die Menschen anderer Kulturen kennen lernen und realisieren, dass sie nicht anders sind. So entwickeln sich unsere Staaten weiter», umschreibt er die Bedeutung dieser Besuche. Die Schweiz sei ja nicht in der EU, es sei also notwendig, auf anderem Weg in Kontakt zu bleiben.

Die jungen Gäste aus Übersee fühlen sich sichtlich wohl in Basel. Erin Cook ist so begeistert, dass sie für das Foto spontan ein Schweizer T-Shirt anzieht. Auch ihre Freundin Victoria Fabbo liebt Basel, wie sie sagt. Und ihre Mitschüler Alex Hladick und Kyle Allen sind begeistert von der Freundlichkeit der Schweizer. «Ich habe nie gedacht, dass es in einem Land so viele verschiedene Brote gibt», lacht Hladick.

Auch die 18-jährigen Basler Gymeler Aljoscha Moser und Andreas Kovacs haben Spass mit ihren Freunden aus Boston. «Das einzig Mühsame ist, dass man sie während der zwölf Tage von 6 Uhr morgens bis Mitternacht begleiten muss, weil sie kein Wort Deutsch sprechen», merkt Moser an. Der Besuch in der Nähe von Boston letztes Jahr hat den beiden gut gefallen. «Die Stereotypen, die man von den Amerikanern aus Filmen hat, stimmen nur teilweise», erklärt Kovacs. «Die Amerikaner sind sehr offen und hilfsbereit.»

Das Austauschprogramm zwischen Massachusetts und Basel ins Leben gerufen hat Dieter Scholer, der zwischen 2003 und 2008 Präsident des Vereins «Friends of Massachusetts» war. Dieses Jahr findet das Treffen zum neunten Man statt.

Meistgesehen

Artboard 1