FC Basel
Vaclik schaut beim 1:1 gegen 1860 München nur zu - sein Nachfolger Jonas Omlin patzt

Blitzstart, Riesenbock Jonas Omlin, ein verletzter Samuele Campo und ein lesender Tomas Vaclik – hier lesen Sie, was das 1:1 gegen 1860 München für Erkenntnisse gebracht hat.

Sébastian Lavoyer
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Jonas Omlin (l.) in seiner neuen Arbeitskleidung – und mit jenem Mann, den er einst bewunderte und der jetzt sein Chef ist: Massimo «Turm» Colomba.

Jonas Omlin (l.) in seiner neuen Arbeitskleidung – und mit jenem Mann, den er einst bewunderte und der jetzt sein Chef ist: Massimo «Turm» Colomba.

Andy Mueller/freshfocus

Während sich Jonas Omlin und Antonio Signori einwärmen für das Testspiel gegen 1860 München, sitzt Stammkeeper Tomas Vaclik im Schatten der Band des Isaraustadions in Geretsried. Die Sonne scheint ihm ins Gesicht, er liest ein Buch von Dan Brown und wirkt ganz entspannt. Auf die Frage, warum er nicht spielt, hört man nach dem Spiel unterschiedliche Begründungen: Er sei leicht angeschlagen, erst seit kurzem wieder im Training. Der wahre Grund dürfte der sein, dass Vaclik kurz vor einem Wechsel steht. Der FC Sevilla hat angeklopft, noch in den nächsten Tagen dürfte sich der Transfer des tschechischen National-Torwarts konkretisieren.

Auf jeden Fall schaut Vaclik zu, wie seine Teamkollegen gegen Drittligist 1860 München einen Blitzstart hinschmettern. Rund 70 Sekunden sind gespielt, als Dimitri Oberlin über die rechte Seite enteilt, den Ball zur Mitte schiebt und Raoul Petretta zum 1:0 einschiebt. Ein Schock für die rund 1500 angereisten 60er-Fans und ihre Mannschaft.

Omlin: «Ich hätte den Ball einfach weghauen sollen»

Lange brauchen die Münchner nicht, um sich zu erholen. Zwar braucht es erst eine Glanzparade von Ersatzkeeper Bonmann gegen Albian Ajeti, aber dann gleichen die Münchner aus. Jonas Omlin, der designierten Nummer 1 bei einem Transfer Vacliks, unterläuft ein Riesenbock. Er versucht Sascha Mölders aussteigen zu lassen, ehe er den Ball wegdreschen will. Aber Mölders antizipiert und hält den Fuss hin – 1:1 in der 10. Minute. Omlin sucht gar nicht erst nach Ausreden: «Ich habe da schlicht zu viel probiert. Eigentlich hätte ich den Ball einfach weghauen sollen. Natürlich war das mein Fehler.»

Tomas Vaclik: Er schaute sich das Testspiel gegen 1860 München von der Seitenlinie aus an.

Tomas Vaclik: Er schaute sich das Testspiel gegen 1860 München von der Seitenlinie aus an.

Man muss ihm zugutehalten, dass er ansonsten stark pariert und eine sehr aufmerksame Partie spielt. Tore aber fallen nach dem Turbostart keine mehr. Nach dem 6:1 gegen Rapperswil im ersten Testspiel müssen sich die Basler im zweiten Test also mit einem Unentschieden begnügen. «Natürlich wollten wir dieses Spiel gewinnen, wie wir immer gewinnen wollen», sagt FCB-Trainer Raphael Wicky. Trotzdem zeigte er sich zufrieden mit dem Einsatz seiner Spieler.

Nach den Gründen gefragt, warum es mit dem Sieg nicht geklappt hat, sagt Wicky: «Wir haben anstrengende Tage hinter uns. Der Platz war in der ersten Halbzeit sehr trocken und das hat es uns erschwert, fussballerisch wirklich zu überzeugen. Und 1860 hat sehr spritzig und aggressiv gepresst. Damit haben wir uns schwer getan.» Kommt hinzu, dass er in der Pause und nach 60 Minuten so gewechselt hat, dass in diesen 90 Minuten auf allen Positionen je zwei Spieler zum Einsatz kamen. Mit Ausnahme von Goalie Jonas Omlin, der durchspielte.

Droht der nächste Ausfall? Samuele Campo musste im Test gegen 1860 München früh verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Droht der nächste Ausfall? Samuele Campo musste im Test gegen 1860 München früh verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Andy Mueller/freshfocus

Nach Xhaka verletzt sich auch Campo

Einen Wermutstropfen gibt es aus Basler Sicht noch zu verzeichnen. Nachdem sich Taulant Xhaka Ende letzter Woche verletzt hat und vermutlich mehrere Wochen ausfällt, musste am Samstagabend auch Samuele Campo vorzeitig das Feld räumen. Schon nach wenigen Minuten humpelte er vom Platz. Ein Zwicken im rechten Oberschenkel zwang ihn dazu.

Eine erste Diagnose Teamarzt Felix Marti lässt hoffen, dass es nicht allzu schlimm steht um Campo. Gewissheit soll eine genauere Untersuchung am Sonntag bringen. «Das war natürlich sehr schlecht, hoffen wir, dass es glimpflich ausgeht», sagt Wicky. Mit gutem Grund: Campo hat sich einer hervorragenden Form erfreut, er soll eine zentrale Rolle spielen bei der Rückeroberung des Meistertitels und auf dem Weg nach Europa.

Matchtelegramm

1860 München - FC Basel 1:1 (1:1)

Tore: 2. Petretta 0:1. 11. Mölders 1:1.

Die Startelf des FCB: Omlin, Manzambi, Frei, Balanta, Petretta; Kuzmanovic, Zuffi; Stocker, Campo, Oberlin; Ajeti.

Wechsel: Pululu (8. für Campo), Okafor (46. für Oberlin), Suchy (46. für Frei), Riveros (46. für Petretta), Fransson (46. für Kuzmanovic), Stabile (61. für Manzambi), Kaiser (61. für Balanta), Van Wolfswinkel (61. für Ajeti), Bua (61. für Stocker), Bislimi (61. für Zuffi).