Basel
Vandalen brüsten sich mit Keller-Flutung - Verwaltung dementiert

Auf links-radikalen Blogs prahlen Aktivisten damit, ein sich im Bau befindliches Haus an der Landskronstrasse 42 im St.Johann unter Wasser gesetzt zu haben. Doch die Hausverwalter wollen davon nichts wissen.

Benjamin Rosch
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Das Haus an der Landskronstrasse 42 in Basel befindet sich momentan in Bau.

Das Haus an der Landskronstrasse 42 in Basel befindet sich momentan in Bau.

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«In der Nacht vom 06. auf den 07. November haben wir mit grosser Freude das sich im Umbau befindende Haus an der Landskronstrasse 42 in Basel mit Wasser geflutet.» So beginnt der Text, der auf dem linksautonomen Blog «Indymedia» veröffentlicht und von anderen Internetseiten weiterverbreitet wurde. Das Gebäude befindet sich derzeit im Bau. Offenbar haben sich die Vandalen Zugang dazu verschafft und eine Wasserleitung geöffnet.

Die Polizei bestätigt einen Einsatz der Feuerwehr am Freitagmorgen um 3.50 Uhr auf der Baustelle. Auch die Basler Staatsanwaltschaft gibt auf Nachfrage bekannt, dass eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung eingegangen sei. Es sei «grösserer Schaden» entstanden, sagt Sprecher Peter Gill.

Besitzer bestreitet Vorfall

Verwaltet wird die Immobilie derzeit von der Firma Mereas, die das gesamte Haus aufgekauft hat und nun als Stockwerkeigentum zum Verkauf anbietet. Sogar eine Laube im Garten des Hauses war zu erstehen. Gemäss dem Internetauftritt der Immobilienfirma sind bereits sämtliche Teile des Hauses verkauft.

Dieses ist zumindest den anonymen Verfassern des Schreibens ein Dorn im Auge, auch wenn zum jetzigen Ermittlungsstand ein direkter Zusammenhang zwischen ihnen und möglichen Tätern nicht sichergestellt ist. «Mit unserer Sabotage wenden wir uns insbesondere an alle Architekten, Stadtentwickler und Investoren, die an Aufwertungsprozessen beteiligt sind», ist in der Nachricht zu lesen.

Die Firma Mereas wollte gestern keine Stellung nehmen zum Vorfall und bestreitet, dass der Anschlag überhaupt stattgefunden habe.

St. Johann erneut im Visier

Auf einschlägigen Portalen finden sich zahlreiche Einträge, die Übergriffe auf Gebäude dokumentieren. Ziel der Attacken wurde offenbar bereits mehrfach das St. Johann-Quartier. Von Ende Oktober beispielsweise sind mehrere Bilder datiert, die zeigen, wie die Fassade eines Neubaus an der Voltastrasse mit Spraydosen verschmiert wurde. Das Haus an der Landskronstrasse, das zuletzt Opfer der Vandalen wurde, befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Voltaplatz.

Dieser wiederum stand insbesondere im Zusammenhang mit den Krawallen im Herbst 2011 im Fokus. Damals hatten Linksautonome die Voltamatte besetzt. Im Rahmen einer illegalen Party eskalierte dann die Situation: Vermummte Personen schlugen Scheiben ein und legten Feuer.

Die Liegenschaft an der Landskronstrasse 42 scheint im Übrigen generell vom Pech verfolgt: Im Jahr 2012 brannte der Eingangsbereich dieses Hauses; dieses wurde damit für einige Zeit unbewohnbar.