«Ich hatte immer den Traum, so einen Laden zu haben», sagt Innendekorateurin Eva Hertwich. Im Raum stehen Möbel im Gebraucht-Look. Glitzer, Kitsch und romantische Dekorationsartikel soweit das Auge reicht. Der Eingang aber ist unscheinbar. Der Weg an der Münzgasse hinauf düster und dunkel. Die alten Kacheln an den Wänden erinnern an die ehemalige Metzgerei. Doch da, versteckt im ersten Stock, ist es zu finden: Eva’s Home of Art.

Hat man den Eingang einmal gefunden, bleibt man kurz stehen. Der Raum erhellt in weissen und silbrigen Farben. Dass Weihnachten bald vor der Tür steht, ist hier kaum zu übersehen. «Ich finde Weihnachten ist eine Zeit, wo wir uns voll ausleben können.» Links und rechts vom Eingang sind Kerzenlaternen und hölzerne Bilderrahmen zu sehen. Im Hintergrund hört man Jazz-Musik.

Kitschiger Tannenbaum

Der Raum ist «Geschäft und Ausstellungsort in einem», sagt Eva Hertwich. Links neben der Eingangstüre befindet sich der erste Raum, den es in ihrem Kunst-Atelier zu entdecken gibt. In der Mitte und an der Wand stehen massive Möbelstücke, die mit wenigen Pinselstrichen aufgepeppt wurden. Denn auch sie hat sich dem Shabby Chic verschrieben. «Ich restauriere alte Möbel oder verleihe Neuem einen gewissen Touch». Von ihren Artikeln ist die Künstlerin selbst überzeugt. «Ich will nicht arrogant wirken, aber ich weiss was die Leute mögen.». Die Möbel kauft sie im Ausland oder wenn sie gerade unterwegs ist. «Ich sehe meistens viel zu viele Sachen.»

Dieses Jahr ist wieder Silber angesagt, «es passt einfach auch sehr gut zu anderen Farben.» Auf dem Tisch, der in der Mitte des Raumes steht, liegt eine Schale mit Weihnachtsschmuck, daneben Teelichthalter aus Glas und weiss bemalte Tannenzapfen. Das Ganze ergibt ästhetisch eine Einheit. Windlichter, Dekoelemente und ein kitschiger Tannenbaum runden das Ganze ab.

«Ich bin Veganerin»

Dass die 35-Jährige gerne malt ist nicht zu übersehen. «Einige Bilder sind in der Camargue, in Sri Lanka oder auf Sizilien entstanden». Auf ihrer achtmonatigen Reise hat sie fast nur gemalt. Bei genauerem Betrachten erkennt man, dass es ihr mehr darum geht, einen Moment der Gefühle einzufangen. «Ich sehe mich selbst als eine kleine Impressionistin», erwähnt sie.

Gewisse Bilder werden von ihr auch mehrmals übermalt. «So haben einige Bilder auch fünf bis sechs Jahre, bis sie fertig sind». Denn die Finger davon lassen kann sie nicht. «Nach einer gewissen Zeit finde ich ein paar uninteressant und übermale sie dann einfach wieder. Meistens schimmert das untere Bild dann vor», was ihr persönlich gefällt. Dass es sich bei dieser Liegenschaft um eine ehemalige Metzgerei handelt, wusste sie bis sie einzog noch nicht. «Witzig ist ja, dass ich Veganerin bin», erwähnt sie beiläufig. Doch die alten Plättchen an den Wänden wollte sie nicht entfernen. «Ich habe die Tapete darüber geklebt».

Eva Hertwich draussen mit einem ihrer Bilder.

Eva Hertwich draussen mit einem ihrer Bilder.

Das Atelier bietet auch eine Terrasse mit Blick ins Modegeschäft Metro. «Irgendwie ist es witzig, den Menschen beim Einkaufen zuzusehen», sagt sie lachend. Neben einer Schale aus einem getrockneten Palmblatt, einer Bar aus einem Holzstamm befindet sich draussen auch ein Strandkorb. «Meine Gäste können hier auch gemütlich einen Tee trinken».

Pre-Opening heute Freitag um 18h, Münzgasse 3

Vernissage: 28.– 29.11.2015 um 14 Uhr.