Der Sommer lockt derzeit Hunderte Velofahrer in der Region nach draussen. So auch Beat A. . Vor einer Woche unternahm er eine Fahrt entlang des neuen Elsässerrheinwegs in Basel Nord. Die Freude über den herrlichen Tag fand auf der Rückfahrt ein jähes Ende: Auf dem Abschnitt unterhalb des Restaurants Rhypark rutschte er auf der Gitterfläche aus und verletzte sich am Knie. Seither ist Beat A. krankgeschrieben; wegen der grossen Wunde kann er sein Knie nicht biegen, das Laufen bereitet ihm Mühe.

Beat A. ist gestürzt, weil die Gitterfläche entlang der Fahrtrichtung verbogen ist und absteht. Der Übergang zum angrenzenden Teerbelag ist darum nicht bündig, es ist eine Schwelle wie bei einem Tramgleis entstanden. «Ich konnte das unmöglich sehen», sagt Beat A. . Er ist verärgert: «Die Stadt sollte zusehen, solche Stellen für Velofahrer sicherer zu machen. Wofür zahle ich denn Steuern?» Wie er erfahren hat, ist ein Kollege wenige Tage vor ihm an derselben Stelle gestürzt; er trug allerdings nur leichte Prellungen davon.

Die «Schweiz am Sonntag» machte das Tiefbauamt des Kantons Basel-Stadt, das für die Infrastruktur des Wegs zuständig ist, darauf aufmerksam. Dort war das Problem nicht bekannt. In der Zwischenzeit wurde der Bereich abgesperrt. Das Gitter werde in den nächsten Tagen repariert und man kläre ab, warum es beschädigt sei, sagt Thomas Geiger, Leiter Infrastruktur. Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein zu schweres Fahrzeug die Fläche befahren haben könnte. Ob es sich um ein Unterhaltsfahrzeug des Kantons oder um ein Baufahrzeug gehandelt haben könnte, dazu will Geiger sich nicht äussern, weist aber darauf hin, dass die Gitterfläche für eine Nutzlast von bis zu 3,5 Tonnen dimensioniert sei. «So ist das signalisiert. Der Elsässerrheinweg ist ja ein Fussgänger- und Veloweg», sagt er. Das Tiefbauamt will auch abklären, ob das Gitter den 3,5 Tonnen tatsächlich standhält. «Allenfalls handelt es sich um einen Konstruktionsfehler. Dann würden wir den Lieferanten kontaktieren.»

Einsatz von Pollern

Weiter will das Tiefbauamt prüfen, ob beim fraglichen Abschnitt Poller angebracht werden sollen, um zu verhindern, dass nicht befugte Fahrzeuge die Stelle befahren. Die Auswechslung des Gitters stünde nicht zur Diskussion, sagt Geiger: «Der Kanton hat sich dagegen entschieden, da sich unterhalb des Wegs Abwasseranlagen und andere Leitungen befinden.» Man könne den Bereich nicht einfach «zubetonieren».

Die neue Velofalle stösst bei Martin Brändle, Inhaber des Geschäfts «Velo-Klybeck», auf offene Ohren. Er betreibt unter klybeck.org einen Blog, wo er auf die vielen Velofallen im Gebiet Basel Nord hinweist. Zumeist handelt es sich um Planungsfehler des Kantons, wie Brändle sagt: «Für Velofahrer ist zum Beispiel das Überqueren der vielen Tramschienen vor dem Bahnhof St. Johann eine Katastrophe.» Er habe schon mehrere Male auf das Problem hingewiesen, geschehen sei nichts.

Der Regionalverband Pro Velo beider Basel will derweil die Situation am Elsässerrheinweg beobachten und «wenn nötig den Kontakt mit den Behörden suchen», sagt ein Vorstandsmitglied.