Basel bezeichnet sich gerne als Velostadt. Diesen Titel gibt es aber nicht zum Nulltarif. Der Grosse Rat widmet sich am Mittwoch gleich drei Geschäften, die sich um Zweiräder drehen. Dabei geht es direkt um eine Summe von 9,6 Millionen Franken, die sich, je nach dem, auf über 20 Millionen Franken erhöhen könnte. Es geht um die Verlegung des Velowegs in den Langen Erlen, die Planung eines vollautomatischen Veloparkings am Badischen Bahnhof und die Umgestaltung der Grenzacherstrasse auf dem Abschnitt zwischen Peter Rot-Strasse und Solitudepark.

Die neue Grenzacherstrasse

Der teuerste Punkt auf der Tagesordnung ist die Umgestaltung der Grenzacherstrasse zwischen Peter Rot-Strasse und Solitude-Park. Hier will die Regierung die Fahrbahn verschmälern, die Trottoirs verbreitern und die Velowege freundlicher gestalten. Dazu kommt eine Aufwertung des Strassenraums, die der Anlieger der Strasse – die Roche – bezahlt. Die Roche lässt für eine angenehmere Umgebung rund um ihren im Bau befindlichen Büroturm 10 Millionen Franken springen. Die Stadt soll für ihren Teil 6,5 Millionen locker machen, beantragt die Regierung dem Grossen Rat. Für diese Summe gibt es unter anderem in der Mitte der Strasse begrünte Fussgängerwege, eine Art lang gestreckten Mini-Park.

So weit, so unumstritten. Was der Vorlage zum Verhängnis werden könnte, ist die Absicht der Regierung, in der Grenzacherstrasse tagsüber Tempo 30 einzuführen. Gegen eine Temporeduktion an diesem Ort wehrten sich die Verkehrsverbände bereits, als die Regierung sie das letzte Mal aufs Tapet brachte. Damals nicht als Massnahme zur Verschönerung der Grenzacherstrasse, sondern um die geplante Stadtrandüberbauung Ost besser an die Innenstadt anzubinden.

Wegverlegung in den Langen Erlen

In den Langen Erlen wird die Aussicht beim Velofahren bald besser: Statt wie bis anhin durch den Wald soll der Veloweg neu entlang dem Ufer der Wiese geführt werden. Eigentlicher Grund dafür ist aber nicht die Attraktivität des Fahrerlebnisses, sondern die anstehende Erweiterung des Tierparks Lange Erlen. Der jetzige Weg führt mitten durch den neuen Perimeter des Parks, muss also dort weg. Kosten soll der Weg, inklusive Arbeiten an den Werkleitungen, die unter ihm liegen, 2,2 Millionen Franken. Davon entfällt ein grosser Teil auf Waldarbeiten, denn für den Weg müssen am Wiese-Ufer Bäume gefällt werden. Als Ersatz wird auf dem heutigen Weg der Wald wieder aufgeforstet.

Der auf den ersten Blick kleinste Posten im «Velo-Budget» der nächsten Grossratssitzung hat das Potenzial, rasch zum grössten zu werden. Es handelt sich um den Planungskredit für das vollautomatische Veloparking im Bereich des Badischen Bahnhofs. Dieser Kredit beträgt gut eine halbe Million Franken. Sollte allerdings irgendwann tatsächlich ein solches Parking, in dem Automaten rund 1000 Velos unter dem Boden verstauen können, realisiert werden, kostet dieses gemäss einer groben Schätzung der Regierung 11,5 Millionen Franken.