Doch nichts gewesen. Noch Ende letzten Jahres wurde den Metal-Freunden versprochen, dass die britische Gruppe Iron Maiden das St.-Jakob-Stadion mit donnernden Klängen zum Beben bringt. Sonisphere, das internationale Rockfestival, findet in diesem Jahr – nach seiner letztjährigen Schweizer Premiere in Jonschwil SG – am 23. und 24. Juni erstmals in Basel statt. Klingende Namen des Metal-Genres wie Alice Cooper, Limp Bizkit oder Slipknot wurden verpflichtet, im Fussballstadion und in der St. Jakobshalle aufzutreten.

Jetzt – fünf Monate später – teilen die Veranstalter Outfield Productions mit, dass die Hauptbühne nicht mehr im St.-Jakob-Park, sondern im Leichtathletikstadion aufgebaut wird. Grund für die Planänderung: Anstatt der erwarteten 45 000 Tickets ist bereits jetzt absehbar, dass nur etwa 25 000 verkauft werden. Nicht genug, um für die Gebühren des Fussballstadions aufzukommen, begründet Stefan Matthey von Outfield Productions. Den Vorschlag, das Festival im Leichtathletikstadion, in dem 30 000 Besucher Platz finden, durchzuführen, kam vom Basler Sportamt.

Keine trennende Strasse mehr

Für die Festivalbesucher wird sich nicht viel ändern – im Gegenteil: «Der Festivalcharakter bleibt auf diese Weise sogar mehr erhalten», führt Matthey aus. Verläuft zwischen dem St.-Jakob-Park und der St. Jakobshalle eine Strasse mit Tramlinie, befinden sich die beiden jetzigen Austragungsorte auf demselben Areal.

Ob sich die Veranstalter mit ihren Erwartungen an Festivalbesuchern zu weit aus dem Fenster gelehnt haben? Matthey verneint, denn: «Sonisphere in der Schweiz ist keine Insel mehr wie noch letztes Jahr. Im 2011 finden ähnliche Veranstaltungen auch in Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien statt.»

Gefreut auf den Anlass und die geplante Zusammenarbeit haben sich auch Michel Loris-Melikoff, Geschäftsführer der St. Jakobs-Halle und Andrea Roth vom St.-Jakob-Park. Beide sind betrübt, dass es mit dem Fussballstadion nicht klappt. Aber: «Schlimmer wäre es gewesen, wenn man das Festival hätte absagen müssen», sagt Roth. «Es ist in erster Linie essenziell, dass Sonisphere in der Region Basel stattfindet.» Es sei wichtig, dass das St. Jakob-Areal belebt wird. Loris-Melikoff gibt Roth recht: «Der Standortwechsel ist bedauerlich. Aber zum Glück wird das Festival trotzdem hier durchgeführt.»

Sowohl auf Loris-Melikoff als auch auf die Festival-Veranstalter rund um Stefan Matthey kommt in den nächsten Wochen viel Arbeit zu. Vor allem was die Organisation des Events bedeutet, sagt Loris-Melikoff: «Bisher sind wir davon ausgegangen, dass Sonisphere in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland stattfindet. Wir haben Gespräche geführt, welcher Kanton wofür aufkommt.» Jetzt spielen die Musiker an zwei Austragungsorten, die sich beide auf Muttenzer Boden befinden. Auch das Sicherheitskonzept müsse neu überdacht werden. Loris-Melikoff ist aber zuversichtlich, dass die Vorbereitungen gut über die Bühne gehen.

Festival ganz auf Baselbieter Boden

Auch Stefan Matthey ist überzeugt, dass die Verlagerung der Hauptbühne keine negativen Auswirkungen auf das Festival haben wird. «Wir müssen uns nichts vormachen. Mit 25000 Eintritten hätten wir die Miete des St.-Jakob-Parks nicht begleichen können. Man muss als Veranstalter Fiaskos verhindern.» Zudem würde das Fussballstadion mit nur 25000 Besuchern grässlich aussehen. Zumal die Besucher auch auf dem Rasen den Konzerten von Iron Maiden, Alice Cooper und Limp Bizkit hätten zuhören können, führt Matthey aus.