Coronavirus

Verbot für Grossveranstaltungen – trotzdem will das Fasnachts-Comité zuwarten

Im März 2020 wurde die Fasnacht symbolisch begraben. Was folgt 2021? (Archiv)

Im März 2020 wurde die Fasnacht symbolisch begraben. Was folgt 2021? (Archiv)

Der Bundesrat verbietet Grossveranstaltungen ab 50 Personen. Das sind die Auswirkungen auf Basel-Stadt.

Seit Mitternacht gelten in der gesamten Schweiz verschärfte Massnahmen, um die Coronapandemie einzudämmen. Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sind abgesagt, kulturelle Freizeitaktivitäten in Innenräumen mit mehr als 15 Personen sind verboten.

Für den Kanton Basel-Stadt kommen die neuen Regeln nicht überraschend. Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen sind im Stadtkanton bereits seit vergangener Woche untersagt. Dasselbe gilt für die Sperrstunde für Restaurants und Bars. Der Bund verordnet, sodass die Betriebe um 23 Uhr schliessen müssen und um 6 Uhr öffnen dürfen.

Weiter hat der Bundesrat eine ausgeweitete Maskenpflicht beschlossen – auch draussen. Etwa in Einkaufsstrassen, an Wochenmärkten oder im Wartebereich von Zug, Tram oder Bus müssen Masken getragen werden. Für Basel bedeutet dies faktisch eine Maskenpflicht in der gesamten Innenstadt, wo Abstand halten schwierig ist.

Cliquen stellen Proben für Fasnacht 2021 ein

Durch den Eingriff des Bundesrats stehen zudem gleich zwei Basler Traditionsanlässe auf der Kippe: der Weihnachtsmarkt und die Fasnacht 2021. Ersterer sollte vom 26. November bis zum 23. Dezember auf dem Barfüsser- und Münsterplatz stattfinden.

Das Schutzkonzept hätte eine Zugangskontrolle sowie eine generelle Maskenpflicht vorgesehen. Mit der Beschränkung auf maximal 50 Personen bei Veranstaltungen scheint eine Durchführung der diesjährigen Ausgabe des Weihnachtsmarkts unwahrscheinlich. Gestern Mittwoch waren die Auskunftspersonen des Präsidialdepartements nicht erreichbar.

Ebenso unwahrscheinlich wirkt zurzeit die Fasnacht im nächsten Jahr

Das Fasnachts-Comité teilte vergangene Woche mit, man wolle sich alle Optionen offenhalten. «Es ist offensichtlich, dass sich die Lage bis zum 22. Februar verbessern muss, damit überhaupt eine Fasnacht 2021 denkbar wird. Es werden keine Veranstaltungen stattfinden, die nicht mit der Covid-19-Verordnung vereinbar sind», schrieb das Comité in einer Mitteilung. Der Cortège, die traditionellen Guggenkonzerte und die Kinderfasnacht wurden damit abgesagt.

Florian Stähli, Obmann der Spale-Clique, sagt: «Unsere Clique hat die Vorbereitungen auf das Minimum beschränkt. Manchmal probten wir draussen oder sonst in kurzen Intervallen und mit vielen Pausen.» Aktuell verzichte die Clique aber komplett auf Proben, da ein grosser Anteil der Fasnächtler wegen Corona nicht kommen könne.

Fasnächtler wünschen sich eine klare Entscheidung

Grundsätzlich laute der Tenor unter den Fasnächtlern: «Es muss nicht um jeden Preis eine Fasnacht stattfinden.» Vielmehr wünsche man sich eine klare Entscheidung. Sollte der Morgenstreich wider Erwarten doch stattfinden können, könnten die Fasnächtler auch spontan teilnehmen: «Wir haben alle ein Kostüm, eine Larve und ein Instrument zu Hause.»

Comité-Obfrau Pia Inderbitzin äussert sich zurückhaltend: «So weit sind wir noch nicht, wir müssen die Lage zuerst neu analysieren.» Dass die Fasnächtler keine Ungewissheit mehr wollen, könne sie verstehen: «Wir alle wollen Klarheit. Aber das hat nichts mit der Fasnacht zu tun.» Das Comité fühle sich der Tradition verpflichtet und möchte noch keine kategorische Absage an sämtliche mögliche Aktionen erteilen.

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