Das Volk hat gesprochen: Grün soll es bleiben, das Landhof-Areal, auf dem sich einst der FC Basel abstrampelte und das eines der wenigen grünen Flecken im dichten Kleinbasler Häuser-Dschungel darstellt. Das war 2010. Seither hat der Staat alles darangesetzt, dem Volksverdikt Rechnung zu tragen und Pläne zu schmieden, aus dem Platz das zu machen, was er bereits ist: eine grüne Oase. Mit dem Unterschied, dass der «Hinterhof» künftig zum Treff für alle Bewohner des Oberen Kleinbasels werden soll – nicht wie bisher vorwiegend für Kinder, Jugendliche und Sportliche.

Nun brachten die Verantwortlichen der Stadtgärtnerei die Begleitgruppe auf den neusten Projektstand. Die Begeisterung war gross, einerseits, anderseits aber tat sich auch Entrüstung auf. Entrüstung darüber, dass manche Forderungen der Gruppe nicht eingeflossen sind. Als Reaktion hat der Verein Landhof nun eine Petition lanciert: Aus dem Landhof möge eine Art Pendant zur Landauer-Freizeitanlage werden.

Verein will mehr als nur Buvette

Konkret möchte der Verein mehr Innenräume als im neuen Gebäude geplant, einen ganzjährigen Gastrobetrieb und einen Naturspielplatz, wie er bereits existiert. Die Planung sieht anstelle des jetzigen Tribüne-Gebäudes einen kleineren Bau vor und statt eines Restaurants eine Buvette, die im Winter geschlossen ist. Aus dem Spielplatz mit meterhohem Gras soll ein Spielplatz mit «belastbarem Belag» werden.

Protagonisten der Petition sind Vereinspräsident Heinz Käppeli und Jugendarbeiter Mirko Ulbl. Anwohner Käppeli hatte erfolgreich für die Volksinitiative «Der Landhof bleibt grün» gekämpft und gehört zum Inventar des Platzes, Ulbl bietet mit dem Verein «ooink ooink Productions» seit 13 Jahren Kinder- und Jugendarbeit auf dem Platz an. Beide sind leidenschaftliche Landhof-Nutzer. Bei jeder Forderung, die sie stellen, schwingt eine gewisse Angst vor Veränderung mit. Sie betonen stets, wie gut der Ort bereits jetzt genutzt werde – und kritisieren die Verantwortlichen, sie nicht ins Boot geholt zu haben, um ihre Erfahrung in die Planung des Landhofes einfliessen zu lassen. «Wir wurden stets nur über den Projektstand informiert», sagt Käppeli.

Petenten wollen Einfluss im Rat

Thomas Gerspach, Projektverantwortlicher bei der Stadtgärtnerei, stellt klar: «Wir können aus dem Landhof keinen Landauer machen.» Es sei nicht mit der Initiative «Der Landhof bleibt grün» vereinbar, denn es sei nie das Ziel gewesen, den Ort zu verbauen. «Im Gegenteil: Wir entsprechen mit unserem Projekt dem Volkswillen und erhalten den Platz grün.» Alles andere wäre ausserdem nicht mehr zonenkonform, seit der Landhof zu einer Grünzone umgezont worden sei. Gerspach verteidigt auch die Pläne, nur eine Buvette anzubieten. Ob sich mehr daraus entwickle, könne man nicht wissen.

Auch sonst ist noch einiges unklar. Denn noch liegt das Projekt nicht einmal bei der Regierung, sondern wird erst im Finanzdepartement geprüft. Erst wenn die Zuständigen dort grünes Licht geben, setzt sich die Regierung damit auseinander. Die Petenten hoffen, bis in einem Monat genug Unterschriften gesammelt zu haben, um in der grossrätlichen Bau- und Raumplanungskommission Druck machen zu können. Das Projekt ist referendumsfähig, was bedeutet: Gut möglich, dass das Volk erneut über den Landhof abstimmt. Kommentar Seite 39