BKB-Affäre
Verfahren gegen den Ex-Chef der Zürcher BKB-Filale

Der Ausflug nach Zürich endete für die Basler Kantonalbank mit einem Multi-Millionenschaden und Betrugsvorwürfen. Nun ermittelt die Finanzmarktaufsicht gegen den ehemaligen Zürcher Chef der BKB.

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Zürcher Filiale der BKB

Zürcher Filiale der BKB

Keystone

Für die Basler Kantonalbank ist das Debakel in Zürich nicht so rasch ausgestanden. Denn die Eidgenössiche Finanzmarktaufsicht (Finma) hat jetzt ein Aufsichtsverfahren gegen den ehemaligen Chef der Zürcher BKB-Niederlassung, Hans Ringger, eingeleitet. Das berichtet das Onlineportal «Inside Paradeplatz». Die Finma will den Fall auf Anfrage der «Nordwestschweiz» nicht kommentieren.

Sollte es zum Verfahren kommen, wird der Fall auch für die BKB weiter einer bleiben, auch wenn man sich dort seit längerem um Schadensbegrenzung bemüht und inzwischen auch CEO Hans Rudolf Matter abgelöst hat.

Unter Ringgers Ägide hat die BKB in Zürich an vorderster Front in dubiosen Geschäften mitgewirkt. So war die Zürcher BKB-Filiale die Drehscheibe, über die der Fricktaler ASE Investment mit getürkten Devisendeals Kunden um eine dreistellige Millionensumme erleichterte. Die BKB hat zur Beilegung des Falls längst 50 Millionen Franken zurückgelegt. Die BKB geriet wegen ihrer Zürcher Filiale auch auf die Steuerhinterzieher-Liste der US-Justizbehörden.

Was die Finma Ringger genau vorwirft, dazu wollte deren Sprecher nichts sagen. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Zürcher BKB-Filiale hatte bereits Ende 2012 Anzeige bei der Finma erstattet («Die Nordwestschweiz» berichtete). Offenbar war das der Anstoss für das Verfahren gegen den Banker. Die Finma hat auch die BKB selbst längst zu Ringgers Geschäftspraktiken befragt.
Das Finma-Verfahren hat dazu geführt, dass Ringger bei der Lichtensteiner VP Bank, wo er Anfang Februar überraschenderweise angeheuert hatte, Ende März wieder verlassen musste. (rsn)