Der Gang der Lärmschutzbefürworter ins Archiv hat sich gelohnt. Dort stiessen die beiden Anwohnerorganisationen, «IG Osttangenten-Ausbau nein – Lärmschutz Jetzt!» und «Ausbau Osttangente – so nicht!» auf das «Einhausungsprojekt 1987». Darin war auch die Einhausung der Westseite der Autobahn vorgesehen. Bis heute ist das Projekt aber nicht realisiert worden. Stattdessen wurde die Osttangente nur auf der Ostseite wie geplant überdacht. An der Westseite (Baldeggerstrasse) wurden lediglich Lärmwände aufgestellt.

Seit der Eröffnung der Osttangente vor vierzig Jahren habe sich die Lärmsituation wegen des zunehmenden Verkehrs deutlich verschlechtert. Deshalb fordern die Anwohnerorganisationen jetzt, dass das längst ausgearbeitete Projekt nun, dreissig Jahre später, angepasst und realisiert wird.

Ihr Vorhaben findet Unterstützung in der Politik. Dort ist man ebenfalls unzufrieden über den Umgang des zuständigen Bundesamts für Strassen (Astra) und der Basler Regierung mit eingereichten Petitionen und Anzügen. Deswegen hat SP-Grossrätin Dominique König-Lüdin gestern eine Interpellation im Grossen Rat eingereicht, welche die Regierung endlich zum Handeln bringen soll.

Darin heisst es: «Da nun klar ist, dass statt der Strukturerweiterung Osttangente (Stot) die Kapazitätserweiterung durch den Rheintunnel erfolgen soll, steht der Einhausung auf der Westseite nichts mehr im Weg.» Weiter will König-Lüdin eine Antwort auf die Frage, ob der Kanton das «in der Schublade schlummernde Projekt für die Einhausung» überprüft und an die heutige Situation angepasst hat.

Auch nördlich Handlungsbedarf

Weiter wird der Kanton aufgefordert neben der Westseite auch für den nördlichen Streckenabschnitt Schwarzwaldbrücke, Eisenbahnweg und Schwarzwaldallee entsprechende Lärmschutzmassnahmen zu prüfen und sich an den Kosten zu beteiligen. Notfalls wollen die Lärmschutzbefürworter auch mit einem Budgetpostulat den Kanton dazu bringen, das Lärmschutzprojekt an der Osttangente zu finanzieren.