Parking
Verhärtete Fronten: Regierung und Swisscanto streiten um neues Parking

Swisscanto, die Anlagestiftung der Kantonalbanken, will im Raum Aeschen ein unterirdisches Parking bauen. Der Regierung passt das nicht. Sie bevorzugt ein Parkhaus beim Kunstmuseum und kritisiert das Projekt der Swisscanto als schlecht geplant und zu teuer.

Nicholas Drechsler
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Unter diesen Asphalt soll es zu liegen kommen: Das Parking Kunstmuseum.

Unter diesen Asphalt soll es zu liegen kommen: Das Parking Kunstmuseum.

Kenneth Nars

Zu kompliziert, zu teuer und zu wenig fortgeschritten in der Planung. Die Worte, mit denen der Regierungsrat das Projekt der Swisscanto für ein Parkhaus im Raum Aeschen beurteilt, lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.

Die Kritik am neusten Projekt für ein Parking äussert die Regierung in einem Brief an die Fraktionsspitzen des Grossen Rates, der der bz vorliegt. Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) fordert die Parteien auf, dem Vorschlag der Mehrheit der Bau- und Raumplanungskommission (BRK) zu folgen und wie geplant das Kunstmuseumsparking zu bauen. Auf die Pläne der Swisscanto, der Anlagestiftung der Kantonalbanken, will das BVD nicht eingehen. Eine Minderheit der Kommission, vor allem bestehend aus SVP-Politikern, will dagegen der Swisscanto ermöglichen, ihr Projekt zu überarbeiten.

Weniger Parkplatzangebot?

Eines der Hauptargumente des BVD gegen das Swisscanto-Projekt ist die Anzahl Parkplätze: «Würde die Swisscanto versuchen, die gleiche Anzahl PP wie das Parking Kunstmuseum zu erreichen, müsste das Parkhaus zehn Untergeschosse aufweisen und käme so auf über 30 Meter unter dem Boden zu liegen. Sprich: rund 15 Meter in felsigem Gestein und etwa ebenso tief unter dem Grundwasserspiegel.» Würde eine weniger aufwendige Bauweise gewählt, hätte das Parking 150 Parkplätze weniger, als das der Konkurrenz. Dem widerspricht Patrik Aellig vom Projektbüro Ecos, das die Anliegen der Swisscanto vertritt: «Das Baudepartement operiert bei der Zahl der Parkplätze und der Etagen mit veralteten Zahlen. Diese fussen auf dem generellen Baubegehren, das war aber schon überholt, als Swisscanto gegenüber der BRK Stellung zum Projekt beziehen durfte.»

Mehr Fläche, weniger Tiefe

Es wäre laut Aellig denkbar, unter der Dufourstrasse auf Allmend zu bauen. So entstünde weniger Bedarf, in die Tiefe zu bauen. «Wir wollen nichts anderes, als dass sich die Politik die Zeit gibt, auch dieses Projekt vertieft zu prüfen und dabei den möglichen oberirdischen Mehrwert berücksichtigt», erklärt Aellig sein Anliegen. Davon will die Regierung aber nichts wissen: «Der Regierungsrat möchte am Projekt Parking Kunstmuseum festhalten und dieses nunmehr so zügig wie möglich realisieren», schliesst Baudirektor Hans-Peter Wessels seine Argumentation. Mit dem Bau des Parkings soll, nach 20 Jahren Diskussion, ohne weitere Verzögerungen begonnen werden. Notfalls offenbar bevor klar ist, ob die Mittlere Brücke autofrei wird, was eigentlich als Vorbedingung für den Bau des Parkings festgelegt wurde.