Das neue Klybeckquartier, das auf 300'000 Quadratmetern auf Gelände von Novartis und BASF geplant wird, soll ein Tram erhalten. Das Areal liegt auf Kleinbasler Seite nördlich der Dreirosenbrücke. Der Abschnitt ab Kreuzung Brombacherstrasse/Riehenring, das ist in der Nähe des Musical-Theaters, bis zur Gärtnerstrasse wurde im 3. Agglomerationsprogramms mit höchster Priorität A beim Bund eingereicht. Das Tram könnte ab 2026 fertig sein.

Die Kosten werden auf 60 Millionen Franken veranschlagt. Daran könnte der Bund bis zu 50 Prozent zahlen. Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) rechnet laut Mediensprecherin Nicole Stocker für Anfang 2018 mit der Stellungnahme des Bundes. Derzeit laufen die Vorstudien, das heisst, es wird unter anderem der Korridor für die Linie definiert. Bestätigt der Bund die Priorisierung, beginnt das BVD mit der nächsten Planungsstufe, dem Vorprojekt. Dann würde es noch vier bis fünf Jahre dauern, bis das Geschäft in den Grossen Rat kommt.

Längerfristig bis ins Elsass

Längerfristig soll die neue Tramline den Badischen Bahnhof über das neue Klybeck Quartier über eine Rheinbrücke mit dem elsässischen Huningue verbinden, sagte Kantonsbaumeister Beat Aeberhard bei der gut besuchten öffentlichen Vorstellung der Syntheseplanung Klybeck plus, die am Dienstagabend stattfand. Dem voraus gegangen waren drei Beteiligungsveranstaltungen. Weitere sollen folgen.

Eine zentrale Rolle als Verkehrsdrehscheibe wird der neue Klybeckplatz spielen, der an der Ecke Mauer-, Gärtnerstrasse entstehen soll. Dies umso mehr, als dass das neue Quartier eben dort im Rahmen des Herzstücks Regio-S-Bahn eine unterirdische S-Bahn-Haltestelle bekommen soll.

Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des neuen Quartiers spielen die zahlreich vorgesehen Freiräume. «Wir bauen in die Höhe, um Parks zu ermöglichen», begründete Aeberhard die Notwendigkeit, im Quartier Hochhäuser vorzusehen. Am Rhein und an der Wiese sollen Uferparks entstehen und eine grüne Achse soll Wiese und Rhein von Osten nach Westen ökologisch vernetzen. Eine weitere grüne Achse läuft entlang des Horburgparks an der Mauerstrasse, die vom neuen Klybeckplatz bis zum Rhein verlängert werden soll und somit zu einer weiteren neuen Ost-West-Achse werden wird.

Das Areal zwischen Klybeckstrasse und Rhein, nördlich anschliessend an die Dreirosenbrücke, wo sich das Novartis Hochhaus befindet, soll zu einem «urbanen 24-Stunden-Bereich» werden, wie Novartis Projektleiter Markus Oster erklärte. Gedacht ist an Bars und Beizen, Konzerthallen, aber auch verdichtetes Wohnen und Arbeiten. «Das ist ein symbolischer Begriff. Die Nutzung wird sehr stark durchmischt sein, aber Läden wird es nicht geben», präzisierte Ferenc Deme, BASF-Projektleiter.

Die Grundeigentümer BASF und Novartis wollen den Prozess so lange begleiten, bis die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen klar sind. BASF hat im Quartier derzeit noch 250 Mitarbeiter, die alle in einem Gebäude arbeiten.«Wir halten am Verkaufsziel fest», betonte Deme. BASF gehören vom Areal 120 000 Quadratmeter und Novartis 165 000 Quadratmeter.

Wichtige Gebäude erhalten

«Wichtige Gebäude sollen erhalten bleiben», erläuterte Aeberhard. Dabei habe die Kantonale Denkmalpflege deutlich gemacht, dass die schutzwürdigen Häuser auch schutzfähig sein müssen. In diesem Zusammenhang stellt sich zum Beispiel die Frage, ob die Gebäude durch die langjährige Nutzung durch Chemieunternehmen kontaminiert sind. Untersucht wurde die Belastung des Geländes bereits im Jahr 2000, seit zwei Jahren laufe eine umfassende Untersuchung, so Deme. «Das Areal ist mit Ausnahme eines Hotspots überwachungsbedürftig. Dieser wird saniert.»

50 000 Quadratmeter hat der Kanton als Wirtschaftsfläche vorgesehen. Der Anteil an Wohnungen soll 50 Prozent betragen, günstiger Wohnanteil mindestens 15 Prozent.
Als eindeutig zu wenig bezeichneten die Wohnbaugenossenschaften Nordwestschweiz letzteres in einer Medienmitteilung. Sie forderten, dass mindestens 50 Prozent der zukünftigen Wohnungen und Gewerbeflächen gemeinnützig sein müssen.