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Verschmelzen Lateinamerika mit Osteuropa – Jaro Milko & The Cubalkanics

Verschmelzen Lateinamerika mit Osteuropa: Jaro Milko und die Cubalkanics. zVg

Verschmelzen Lateinamerika mit Osteuropa: Jaro Milko und die Cubalkanics. zVg

Jaro Milko führt mit seinen Cubalkanics unzählige Musikstile zusammen. Am Samstag präsentieren sie ihr neues Album «Zivot» im Parterre Basel.

Man kennt ihn in der Region Basel seit 20 Jahren als vielseitigen Gitarristen: Jaro Milko. Mit Karma Star spielte er alternativen Rock, mit Strange Fruit Avantgarde Noise, mit der US-amerikanischen Band Firewater überschritt er geografische und stilistische Grenzen, ebenso mit Prekmurski Kavbojci, jener Formation, die seit 2001 zur Popularität des Balkansounds auf Schweizer Bühnen beigetragen hat.

Damit nicht genug: Seit einigen Jahren ist er auch mit seinem eigenen Herzensprojekt unterwegs: Jaro Milko & The Cubalkanics. Darin vereint er, der Bandname verrät es, Balkansounds mit Latinrhythmen.

Wie kommt einer aus Basel dazu, diese Kontinente musikalisch zusammenzuführen, in 80 Takten um die Welt, quasi? Die osteuropäische Musik wurde Milko in die Wiege gelegt, er wuchs zwar in Rheinfelden auf, aber als Sohn tschechischer Eltern. «Osteuropäische Musik kenne ich seit Ewigkeiten, sie ist mir sehr nah», erzählt er.

Seine Liebe zu Latinsounds sei hingegen auf einer Tour entfacht worden, als ihm eine Cumbia-Compilation zugesteckt wurde. «Die fuhr mir extrem gut ein», sagt er. Insbesondere obskure peruanische Psychedeliknummern aus den Sixties liessen ihn aufhorchen.

Forschungsreise durch Kuba

Bei einem längeren Aufenthalt in Kuba erlebte Jaro Milko dann an jeder Strassenecke Livemusik, Latinmusik. Die Ferien wurden quasi zur Forschungsreise. Eine Idee, die ihm schon länger durch den Kopf schwirrte, wurde plötzlich ganz konkret: Er wollte die Musikkulturen fusionieren und kam mit diversen Songskizzen nach Hause.

«Für mich lag es auf der Hand, dass ich eine Verbindung schaffen und Gipsy-Nummern mit Latineinflüssen kombinieren wollte», sagt Milko. Das führte 2014 zum Debüt «Cigarros Explosivos!», vor wenigen Wochen folgte das zweite Album, «Zivot», was im Tschechischen für Leben steht.

Die Lebensfreude ist denn auch zentrales Motiv in diesen Nummern, in denen eklektischen Stilkombinationen gefrönt wird. Aufgenommen wurde in Mailand. Milko hat nebst seiner Band auch italienische Sessionmusiker hinzugezogen. Standen auf dem ersten Album noch die Latin-Einflüsse für Neuland, so ist Milko weiter Richtung Osten vorgedrungen. So erinnert zum Beispiel das Intro des Titeltracks «Zivot» an indischen Banghra (remember Punjabi MC?). Andernorts wiederum blitzt griechischer Rembetiko auf («Moonlight On Filoti»).

Nebst Milkos Saiteninstrumenten, zu denen nebst E-Gitarren etwa auch eine türkische Baglama gehört, sind auch die Posaunen von Lukas Briggen stilprägend. Zum Kern der Gruppe gehören auch Benjamin Brodbeck (Schlagzeug), Ines Brodbeck (Perkussion, Gesang) und Baschi Thommen (E-Bass). Bei der Bühnentaufe des neuen Albums im Parterre gesellen sich zudem Pio Schürmann an den Keyboards sowie Jana Kouril am Gesang hinzu.

«We go together like Salt ’n’ Pepper, like Tequila and Lime, you make me complete», singt die Band in einem der neuen Songs. Angesichts solcher Zeilen ahnt man: Es ist bei dieser Mucke nicht falsch, sich berauschen zu lassen und ein bisschen angesäuselt zu sein. Oder zumindest trunken vor Lebensfreude. Salud!

Jaro Milko & The Cubalkanics
Parterre, Basel. Sa, 19. Januar, 20.30 Uhr.

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