St. Jakobshalle

Vertrauensbruch mit der «Eventstadt Basel» nach der Konzert-Absage

St. Jakobshalle

St. Jakobshalle

Der Fall St. Jakobshalle wirft ein schiefes Licht auf die Behörden. Deren Erklärungen fallen vage aus.

Entspannt sitzen die Verantwortlichen da und sind «erleichtert und voller Freude, dass das Konzert wie geplant stattfinden kann», sagt Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP). Vor den Medien erklären sie sich betreffend des Konzertabsage-Desasters des vergangenen Samstags. Kurzfristig war aus brandschutztechnischen Gründen ein Event in der St. Jakobshalle abgesagt worden. Erläutern können sie die Komplikationen nicht genauer. Klar ist aber: Der Fauxpas wird erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Das Image Basels sei bei Konzertveranstaltern seit Längerem heftig angekratzt: «Viele Kollegen machen jetzt schon einen grossen Bogen um Basel», so der CEO der Eventfirma Act Entertainment Thomas Dürr. Der aktuelle Fall verschärfe dieses Misstrauen natürlich zusätzlich. Vor allem dann, wenn die zuständigen Behörden sich danach nicht einmal erklären können. Die Musiker des abgesagten Konzerts haben Basel schon den Rücken gekehrt: Es wird im Februar in Zürich stattfinden, wie Thomas Kastl, Geschäftsführer der St. Jakobshalle, sagt.

Zwei von total 13 Anlasstypen dürfen momentan stattfinden

Seit über einem Jahr ist die Halle wiedereröffnet. Bis Ende September galt ein Provisorium, während dessen Anlässe Spezialbewilligungen erhalten konnten. Die Deadline war nicht allen Beteiligten klar, räumt Cramer ein: «Der vergangene Samstag zeigt, dass Fehler gemacht worden sind, auch seitens Kanton.» Ebenfalls wussten nicht alle, dass die Anlässe in 13 Kategorien eingeteilt werden und jede davon individuelle Brandschutzbestimmungen erfüllen muss. Momentan seien lediglich zwei der 13 «Settings» bewilligt – die Swiss Indoors und nun auch das Hans-Zimmer-Konzert von Donnerstag, welches Dürr organisiert.

Nach der Nachricht, dass auch die Durchführung jenes Konzertes in Gefahr ist, folgte eine schnelle Reaktion. Während eines intensiven Tags, einer Notfallsitzung mit allen Beteiligten und der Begutachtung der Gefahren konnte die Bewilligung erfolgen. Welche Massnahmen genau getroffen wurden, sagt auch Gebäudeversicherungschef Sven Cattelan nicht. Konkret wird nur die Umprogrammierung der Lichter entlang der Fluchtwege genannt. Dass die Bewilligung nach einem Jahr Vorlaufzeit jetzt so plötzlich zu erhalten war, irritiert auch Dürr: «Man fragt sich, weshalb die Beamten nicht einfach schon früher zusammengesessen sind.»

Wie es wohl mit der Konzerthalle im St. Jakob weitergehen wird?

Neben der mangelhaften Koordination während des Provisoriums wurde auch die Kontaktaufnahme zu Veranstalter Dürr versäumt. Er hat laut eigener Angabe selbst nachfragen müssen, nachdem er durch die Medien aufmerksam gemacht worden war: «In so einem Fall erwartet der Veranstalter, dass die Hallenverantwortlichen von sich aus unverzüglich über die Lage informieren.» Ob die Bewilligungen für die restlichen elf Eventtypen rechtzeitig eingeholt werden können, ist nicht klar. Cramer ist aber «zu 100 Prozent zuversichtlich», dass zukünftig keine Absage mehr erfolgen wird.

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