«Interkulturelle Kommunikation» war Thema eines Workshops beider Verwaltungen vom Oktober. Herausgekommen ist eine gut 50-seitige Broschüre über Behördenorganisation, Stil-Differenzen und Wortschatz- Tücken. Besuche sollen die gegenseitigen Erkenntnisse nun vertiefen, wie es am Montag vor den Medien in Lörrach hiess.

Ernste Probleme gebe es keine, sagte der baselstädtische Kantons- und Stadtentwickler Thomas Kessler. Es helfe aber, vielzitierte Klischees zu hinterfragen, damit man noch besser miteinander zurecht kommt. Vor dem ersten Weltkrieg seien im Dreiland die Landesgrenzen im Alltag viel offener gewesen als heute.

Als aktuelle kleine Hürde für spontane Kontakte wurden etwa die Fahrkarten im grenzüberschreitenden Nahverkehr genannt: kompliziert am Automaten zu suchen und teils nur in Landeswährung zu bezahlen. An eine simple Erweiterung des U-Abos um den Landkreis Lörrach glaubt die Lörracher Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm indes wegen der Kosten nicht.

Anzug und Duzis

Dass im Elsass die deutsche Sprache langsam verloren gehe, wertet Kessler als «Drama» fürs ganze Dreiland; umso enger sollten Deutsche und Schweizer zusammenrücken. Heute-Bluhm wünscht, dass Nordwestschweizer die Stadt Lörrach mit ihren 50'000 Einwohnern vermehrt als Teil der lebendigen Region verstehen würden.

Die Annäherung auf Behördenniveau liefert auch unterhaltsame Anekdoten: Ein «Anzug» sei in Basel auch ein parlamentarischer Vorstoss (vergleichbar mit einem Postulat), in Lörrach jedoch nur ein Kleidungsstück, sagte Heute-Bluhm mit einem Lächeln. Zürchern gehe es gleich, sagte Kessler. Auch das «Duzis» werde in der Schweiz und Südbaden unterschiedlich gehandhabt, hiess es weiter.

Laut Kessler hatte es schon früher vereinzelt grenzüberschreitende Anlässe für Verwaltungsangestellte gegeben; Teilnehmende erinnerten sich heute noch gerne daran. Von den gegenseitigen behördlichen Erkenntnissen soll überdies auch das Volk profitieren können: Lörrach macht die ganze Broschüre online allen zugänglich.