Es ist dem Kanton anzurechnen, dass er sich von einer allgemeinen Euphorie hat tragen lassen und sich zu einer öffentlichen Übertragung des Spektakels durchgerungen hat. Das machte es nötig, auch mal die Regeln ein bisschen zu biegen.

Was allerdings nicht angeht, sind die fadenscheinigen Begründungen dafür. Wenn Kurzfristigkeit als Grund angeführt wird, werden all jene Veranstalter gestraft, die sich längerfristig mit ihrem Anlass auseinandersetzen. Auch der unerwartet hohe Publikumsandrang ist keine Entschuldigung: Damit ein Konzept nötig wird, braucht es nur 500 Personen. Es ist anzunehmen, dass die staatlichen Organisatoren mit mehr als 500 Fussballfans gerechnet haben, denn sie haben ja gleich zwei Public Viewings auf die Beine gestellt.

Hinter diesen Argumenten versteckt sich natürlich Kalkül. Das Mehrweg-Gesetz, obwohl schon mehrfach positiv getestet, gerät durch private Veranstalter immer stärker unter Druck. Die Türen sollen den anstürmenden Kritikern nicht noch weiter aufgestossen werden. Das lässt sich aber kaum verhindern, der aktuelle Zwischenfall wird die Diskussionen weiter anheizen.

Dass ausgerechnet derjenige, der das Gesetz angeregt hat, sich eine gewisse Grosszügigkeit bei der Anwendung gönnt, wird in Zukunft kaum mehr als eine ironische Randnotiz bleiben. Dass der Kanton nun aber anerkennen muss, dass das Gesetz in seiner jetzigen Verfassung nicht taugt, wird wohl Folgen haben. Denn schliesslich ist es im Interesse Basels, dass solche Feiern, wie sie Howald vorantrieb, auch in Zukunft möglich sind.