Das Riehener Naturbad kommt voraussichtlich frühestens im Mai 2014 und nicht wie ursprünglich geplant im Juni 2013. Dies gab der Gemeinderat bereits am 2. August bekannt und zeigte in der Mitteilung offen seinen Unwillen gegenüber den verantwortlichen Deutschen Nachbarn.

Die Riehener Sozialdemokraten sind über die Verspätung «schwer enttäuscht» und wollten dies mittels Resolution unterstreichen. Schuld am neuen Eröffnungsdatum sind Verzögerungen bei der Fertigstellung der Zollfreistrasse. Diese führen dazu, dass die Bauherrin über die Zollfreistrasse, das Regierungspräsidium Freiburg, das Areal der Naturbadi erst Ende Oktober freigeben kann.

SP-Fraktionspräsidentin Franziska Roth und ihr Kollege Roland Lötscher ärgerten sich über die nach ihrer Meinung nach zu zahme Beschwerde des Gemeinderates. Die zuständige Gemeinderätin Irène Fischer-Burri (SP) erklärte, dass mit dem Freiburger Regierungspräsidium gesprochen worden sei: «Wir müssen die Verzögerung akzeptieren.»

Nur die Grünen unterstützten die SP. SVP-Fraktionspräsident Karl Schweizer meinte mit seiner gewohnt spitzen Zunge: «Diese Resolution ist ein wahltechnisch motiviertes Kasperlitheater und ein Schuss in die Luft und ins Knie von Gemeinderätin Fischer.» Die bürgerlichen Parteien empfanden vereint die Verschiebung der Eröffnung des Naturbades einer Resolution nicht würdig. Die Resolution wurde mit 26 Nein- zu 9 Ja-Stimmen klar abgelehnt.

Aus Gründen der Verkehrssicherheit unterstützt der Einwohnerrat den Gemeinderat und belässt die Tempo-30-Zone auf der Achse Kilchgrundstrasse–Mühlestiegstrasse. Eduard Rutschmann (SVP) forderte im Februar mittels parlamentarischen Auftrags, die Integration der Achse in die bereits bestehende Tempo-30-Zone wieder rückgängig zu machen. Nach intensiven Abklärungen, unter anderem auch durch die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU), entschied sich der Gemeinderat dafür, die Ende 2011 eingeführte Reduktion der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 40 auf 30 Kilometer pro Stunde zu belassen.

«Von Schülern stark benutzt»

Die Achse wurde vom Einwohnerrat im Jahre 2002 als Kompromiss zur Einführung der Tempo-30-Zone als Tempo-40-Zone eingestuft. Gemeindepräsident Willi Fischer (EVP) wies auf die Wichtigkeit der Querstrassen als Schulwege hin. «Gerade die Kilchgrundbrücke wird von den Schülerinnen und Schülern stark benutzt.» Er verteidigte das Vorgehen des Gemeinderates, den Beschluss des Einwohnerrates gekippt zu haben. Der Rat entschied sich gegen den Willen von FDP, LDP und SVP mit 20 zu 16 Stimmen dafür, den Auftrag abzuschreiben. Eduard Rutschmann kündigte an, eine Initiative zur Rückkehr zur Tempo-40-Zone zu überdenken.