Novartis gibt Entwarnung. «Personen sind nicht erkennbar», schreibt Mediensprecher Daniel Zehnder in Bezug auf die über 30 Kameras, die an den Laternenpfosten entlang der hohen Mauer an der Rheinuferpromenade beim Campus befestigt sind. Es handle sich lediglich um Infrarotkameras und Bewegungsmelder.

Seit Jahren ist die Überwachung des öffentlichen Raums in Basel ein heisses Thema. Erst kürzlich hat die SVP wieder gefordert, an neuralgischen Punkten Videokameras installieren zu lassen. Die Kameras an der Rheinuferpromenade, die das St. Johann mit dem elsässischen Huningue und der Dreiländerbrücke verbindet, wurden laut Novartis bereits bei der Eröffnung im April 2016 installiert.

Sicherheitsdienst wertet aus

«Die Infrarotkameras und Bewegungsmelder dienen der Sicherheit und Überwachung des Novartis Campus respektive der Arealgrenzen», schreibt Zehnder weiter. So werde das Bildmaterial im Bedarfsfall vom Novartis-Sicherheitsdienst ausgewertet und diene der automatischen Alarmierung. Überwacht wird lediglich der Abschnitt bis zur Landesgrenze und das an den Campus angrenzende Areal.

Ausserdem sei alles mit rechten Dingen zugegangen. «Die Installationen wurden in Kooperation mit den Behörden vorgenommen und entsprechen den gesetzlichen Richtlinien.» Das Gelände der Rheinuferpromenade ist öffentlicher Grund. Es wurde im Rahmen des Projekts Campus Plus Basel geschenkt. Zehnder betont: «Die Kameras sind jedoch alle auf die Arealgrenze ausgerichtet und überwachen nicht den öffentlichen Raum.» Das bedeute, dass die Rheinuferpromenade selbst nicht einsehbar sei.

Ähnlich tönt es beim Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD). «Wir erachten sie deshalb als unbedenklich», schreibt Mediensprecher Daniel Hofer zu den Kameras. Haben sie vielleicht sogar dazu beigetragen, dass es bisher keine grossen Probleme mit Sprayereien an der schönen und teuren Natursteinmauer gegeben hat? «Vereinzelt wurde die Mauer bereits besprayt», entgegnet Hofer. Die Sprayereien seien aber rasch von der Stadtreinigung entfernt worden. Ein spezieller Oberflächenschutz sei nicht vorhanden. Eine richtige Überwachungskamera soll es auch geben; sie gehört dem Schweizer Zoll. Mehr will Hofer dazu nicht sagen.