Schule

Viel Zustimmung für Einführungsklassen bei der Debatte um intigrative Schule

Das dreiteilige Paket zur Optimierung des Übergangs vom Kindergarten in die Primarstufe wurde nach intensiven Debatten unisono durchgewunken.

Das dreiteilige Paket zur Optimierung des Übergangs vom Kindergarten in die Primarstufe wurde nach intensiven Debatten unisono durchgewunken.

In der Debatte um eine integrative Schule ging es unter anderem um Einführungsklassen, Gelder und dritte Kindergartenjahre. Die Parteien sind sich einig bezüglich es dritten Kindergartenjahres, die Einführungsklasse sagt der Mehrheit zu.

Das dreiteilige Paket zur Optimierung des Übergangs vom Kindergarten in die Primarstufe wurde vom Riehener Ortsparlament, das vergangene Woche aus Platzgründen im Congress Center in Basel tagte, nach intensiven Diskussionen unisono durchgewunken. Nur gerade die LDP-Fraktion stimmte gegen die Wiedereinführung von Einführungsklassen ab dem Schuljahr 2021/22. Dafür wurde für zwei Klassen pro Schuljahr gut eine halbe Million Franken gesprochen. Auch die je 25 000 Franken für die ersten Primarschulklassen, um «verhaltensauffällige Kinder» besser zu unterstützen, wurden gutgeheissen. Die gemäss Gemeinderätin Silvia Schweizer (FDP) kostenneutralen dritten Kindergartenjahre wurden einstimmig angenommen.

Die LDP gab sich als Verfechterin der integrativen Schule. Einführungsklassen seien dagegen ein Widerspruch, erinnerte Heiner Vischer. Der LDP-Sprecher verrät, dass sich die Fraktion darüber auch mit dem Basler Erziehungsdirektor und Parteikollegen Conradin Cramer unterhalten habe. Vischer sieht die integrative Schule als «Erfolgsmodell»: «Klar, es ist vieles neu, es braucht Zeit und birgt Herausforderungen. Aber die integrative Schule bietet vor allem viele Chancen.»

Vischer widerspricht jenen, die glauben, dass mit der Wiedereinführung von Einführungsklassen sämtliche Probleme von entwicklungsverzögerten und verhaltensauffälligen Kindern gelöst seien. «Die Gefahr besteht jetzt natürlich, da diese Einführungsklassen gefüllt werden müssen, wenn schon Geld dafür gesprochen wurde.»

SP fordert mehr Geld für die Schulen

Die SP beantragte vergeblich, die finanziellen Mittel, die das dreiteilige Massnahmenpaket beinhaltet, ohne Vorgaben den Schulen zur Verfügung zu stellen, damit diese entscheiden können, welche Massnahmen sie damit ergreifen, um damit eine breitere Wirkung zu erzielen. Franziska Roth (SP), die als Sozialpädagogin bereits mehrfach in Einführungsklassen gearbeitet hat, ist skeptisch. Es gebe keine Garantie, dass diese zwei Einführungsklassen auch wirklich genutzt werden. «Wenn nicht, ist das Geld weg und die Schulen haben nichts davon.» Kinder, die in Einführungsklassen unterrichtet werden, könnten gemäss Roth auch in den Regelklassenunterricht, wenn den Schulen dafür die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt werden. Das kostenneutrale dritte Kindergartenjahr sieht Roth in dieser Form als zu wenig zielführend an. «Es bringt nichts, wenn die Kinder einfach länger in den Kindergarten gehen. Sie müssen da gezielt auf die Schule vorbereitet werden. Und das kostet halt.» Generell fordert Franziska Roth mehr finanzielle Mittel für die integrative Schule über alle Schulstufen hinweg. «Das Thema ist kantonal bereits auf dem Tisch. Ich befürchte aber, dass Riehen jetzt mit der Wiedereinführung der teuren Einführungsklassen nichts Zusätzliches unternehmen will.»

Ohne Widerstand beschloss der Einwohnerrat den Kauf von Schulraumprovisorien für 2,6 Millionen Franken für das «Hebelmätteli» beim Schulhaus Niederholz. Der Gemeinderat wurde dabei aufgefordert, die Schülerzahlen künftig besser im Auge zu behalten und das Gespräch mit der Quartierbevölkerung zu suchen, da die beliebte Spielwiese jetzt für Jahre überbaut sein wird. Zu Beginn der Sitzung wurde Andreas Zappalà (FDP) zum neuen Einwohnerratspräsidenten gewählt. Er erhielt 34 von 37 möglichen Stimmen. Zappalà ist auch Grossrat und beruflich Geschäftsführer des Hauseigentümerverbands Basel-Stadt. Statthalter wird Martin Leschhorn von der SP.

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