Basler Verkehrs Betriebe

Viele Ausfälle wegen Personalmangels – die Lage bessert sich erst gegen Ende Jahr

Die Personalsuche läuft, doch die Lage bessert sich erst bis Ende Jahr.

Weil den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) rund 50 Tram-Wagenführer und Buschauffeurinnen fehlen, fallen viele Kurse aus. Die Personalsuche läuft, doch die Lage bessert sich erst bis Ende Jahr. Intern ist kaum Luft: Die BVB haben 37 Personenjahre Überzeit angehäuft.

Im Mai habe die Zahl der Ausfälle primär von Buskursen markant zugenommen, sagten Verantwortliche am Donnerstag vor den Medien. Von einem «inakzeptablen Mass» spricht Bruno Stehrenberger, Leiter Verkehr der BVB. Derzeit fallen ein Prozent der Fahrleistungen aus; das sei eine «ganz üble Situation» für die Kundschaft, den Kanton als Besteller und das BVB-Personal.

Die BVB-Leitung habe bei der Personalplanung «Fehler gemacht», sagt Stehrenberger: Bei seinem Amtsantritt im Oktober 2018 habe er für das Fahrpersonal eine Vierjahresplanung vermisst und beim Erstellen einer solchen rasch den «eklatanten Unterbestand» festgestellt.

Baustellen-Folgen nicht auf Radar

Namentlich die Auswirkungen vieler und grosser Baustellen seien völlig unterschätzt worden. Manche wie am Centralbahnplatz betreffen die BVB selber mit dringendem Tramschienen-Unterhalt . Auch bei diesem haben die BVB wegen früherer Fehler grossen und teuren Nachholbedarf.

Weil der Arbeitsmarkt trocken sei und auch Partnerunternehmen kaum Chauffeure ausleihen könnten, hätten die BVB die Rekrutierung hochgefahren, auf diversen Kanälen und auch in Deutschland und Frankreich. Zusammen mit der Fluktuation brauche es in diesem Jahr 80 bis 90 zusätzliche Leute. Teils sprängen Pensionierte ein.

Inzwischen habe man fast alle Jobs besetzt, doch einsatzfähig seien Neue erst nach etwa einem halben Jahr. Auch Weiterbildungen laufen, damit «Drämmler» auch Bus fahren dürfen und die Flexibilität steigt. So fallen laut Stehrenberger noch bis Ende Jahr Bus- und Tramkurse aus – Passagiere müssten jeweils auf den nächsten Kurs warten.

Wenn Fahrdienstleute fehlen, schiebt die BVB-Personaldisposition die Lücke möglichst auf Kurse, deren Ausfall man ausweichen kann oder die nicht sehr stark genutzt werden, wie Fahrplanleiter Chris Gugger erklärte. Am Tag selber sei das Umplanen sehr anspruchsvoll mit arbeitszeitrechtlichen Vorgaben und fixen Ablösepunkten.

Überzeit-Berg stört

Eigentlich sei Personalplanung «kein Hexenwerk», sagt Stehrenberger. Man habe sie wohl seit zwei bis drei Jahren vernachlässigt; die BVB-Geschäftsleitung sei davon ausgegangen, dass das Personal reicht. Speziellen Spardruck auf diesen Bereich nehme er nicht wahr.

Seit einem Jahr muss das Fahrpersonal die Planungsfehler ausbaden, auch mit «Zwangsrekrutierungen» um den Betrieb zu sichern. Zudem stieg mit anhaltenden Dienstplan-Feuerwehrübungen der Saldo an Überzeit BVB-weit auf insgesamt 37 Personenjahre an. Dafür müssen in Budget und Rechnung Reserven eingestellt werden, was den unternehmerischen Handlungsspielraum beschneidet.

Stehrenberg strebt für 2020 einen «leichten Überbestand» von 20 bis 30 Personen an, damit das Personal seine Überzeit endlich wieder abbauen kann. Heute haben die BVB rund 630 Fahrdienstangestellte; davon braucht sie werktags rund 350 für alle Dienstschichten.

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