Versicherung

Viele offene Fragen nach dem Velounfall im De-Wette-Park

Die Unfallstelle im De Wette-Park.

Die Unfallstelle im De Wette-Park.

Am Dienstagabend kollidierte ein 17-jähriger Velofahrer mit einem 75-jährigen Fussgänger und verletzte diesen schwer. Die Schuldfrage scheint auf den ersten Blick klar zu sein, trotzdem stellt sich die Frage, wer für den Schaden aufkommt.

Während die Schuldfrage auf den ersten Blick klar scheint – der 17-jährige Velofahrer war ohne Licht und verbotenerweise im De-Wette-Park unterwegs –, stellt sich die Frage, wer für den Schaden aufkommt.

Bis Ende 2011 waren Velofahrerinnen und -fahrer über die obligatorische Velovignette haftpflichtversichert. Heute müssen Schäden, die Velofahrende anrichten, im Prinzip über eine Privathaftpflichtversicherung gedeckt sein. Doch ein Obligatorium für eine Haftpflichtversicherung besteht nicht. Rund zehn Prozent, so die Schätzungen der Versicherer, haben keine solche Haftpflichtversicherung.

Ohne Versicherung zahlt ein Fonds

In diesem Fall muss der Nationale Garantiefonds für den Schaden aufkommen. Dieser deckte bislang vor allem Schäden nicht versicherter Motorfahrzeughalter.

Bei der Diskussion in National- und Ständerat um die Abschaffung der Vignette waren die Räte mehrheitlich der Ansicht, dass die meisten Velofahrer in der Schweiz eine Privathaftpflichtversicherung hätten. Im Falle des Jugendlichen dürften die Eltern zur Kasse gebeten werden beziehungsweise ihre Haftpflichtversicherung, so sie denn eine haben.

Dauerthema Velo-Rowdys

Die ruppige Fahrweise einiger Velofahrer in der Stadt ist immer wieder ein Thema. Ein Blick in die Unfallstatistik der Polizei zeigt aber, dass die gefühlte oder tatsächliche Zunahme der Velorowdys nicht zu einer Unfallzunahme geführt hat: Die Zahl der Velounfälle in Basel hat sich gemäss Polizeistatistik seit 2007 von 200 auf hundert halbiert, während die Verkehrsunfälle insgesamt lediglich um 40 Prozent zurückgingen.

In den vergangenen fünf Jahren wurden zwischen 10 und 15 Kollisionen mit Fussgängern verzeichnet. Bei Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern trugen nur in rund 30 Prozent der Fälle die Velofahrenden die Schuld. Bei den anderen 70 Prozent sind die anderen Verkehrsteilnehmer schuld.

Gründe für Besserung

Grund für den Rückgang der Unfälle seien strengere Kontrollen, bauliche Massnahmen an unfallträchtigen Stellen (sogenannte Black Spots) sowie die seit ein paar Jahren stärker praktizierte Verkehrserziehung an Schulen, sagt Polizeisprecher Klaus Mannhart.

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