Wer einen der 140 Studienplätze für Zahnmedizin an der Uni Basel will, tritt wie alle Medizinstudierenden zum Eignungstest an. Etwa 300 Bewerber sind es pro Jahr. Was der Numerus-Clausus-Test nicht prüft, ist die Feinmotorik. Allerdings wird das Handwerk erst im dritten Studienjahr wichtig. Fehlt dann die Fingerfertigkeit, waren die ersten Studienjahre auf einem der begehrten Studienplätze umsonst: «Rund 10 bis 20 Prozent brechen wegen fehlender manueller Fähigkeiten das Studium ab», sagt Nicola Zitzmann, Studiengangsleitung Zahnmedizin.

Drähte biegen als Training

Weil die Ausfallquote so hoch ist, haben die Universitätskliniken für Zahnmedizin der Uni Basel in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik der Universität Fribourg und dem Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich einen Eignungstest entwickelt, den Sazamed. Das steht für Self-Assessment für das Zahnmedizinstudium.

Mit verschiedenen Zangen, Draht, Plastilin und Spiegel können Interessierte in vier Aufgaben testen, ob sie die nötigen Fertigkeiten mitbringen. «Das Material kostet im Baumarkt etwa 25 Franken», sagt Zitzmann. Die Bewertung nimmt jeder selber vor.

Das könnte sich aber ändern. Denn die Absicht hinter Sazamed ist, den Geschicklichkeitstest als Teil des Zulassungstests für das Zahnmedizinstudium zu etablieren. «Es ist schon so, dass man die Aufgaben auch üben kann», sagt Zitzmann. «Das ist auch in Ordnung. Sie trainieren auch für den herkömmlichen Eignungstest. Wenn aber die Begabung fehlt und zwei linke Hände hat, dann nützt üben nicht viel.» Die Online-Version des Geschicklichkeitstests diene als Testlauf. Ob die praktische Prüfung Teil des Numerus Clausus für die Zahnmediziner wird, wird die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten entscheiden.