Kunterbunt

Vielfalt am Klosterbergfest: «Der Basler Charakter dieses Festes ist irrsinnig»

(Basel, 28. August 2016)

Vielfältig zeigt sich das Fesdieses Jahr nicht nur optisch.

(Basel, 28. August 2016)

Am Klosterbergfest gibt es für die Besitzer der kunterbunten Stände nur eine Regel: Caipirinhaverkauf bleibt tabu.

Vielfalt wird am Klosterbergfest in Basel grossgeschrieben. Nicht nur die rund 44 Stände, die sich um den Klosterberg verteilen, sind kunterbunt vermischt und dekoriert. Auch das kulturelle Programm lässt sich punkto Diversität nicht bemängeln.

Von Jazz über punkigen Rock und weichen Singer-Songwriter-Sound bis zu kühlem Techno bietet die Fete für jeden Geschmack das passende Angebot. Das Hauptbühnenprogramm wird vom Atlantis Basel präsentiert. Während der Freitag mit einem eher ruhigen Auftritt von Tim Hüllstrung beginnt und dann in eine wilde Rockperformance der Bands «Fucking Beautiful» und «Dennerclan» mündet, sieht das Sonntagsprogramm durchmischter aus: Den Start macht das Sextett «Café da Manhã». Die Basler Truppe sorgt mit brasilianischem Samba und Bossa Nova für südländische, warme Stimmung.

Rio meets Basel: aus Brasilien, für Brasilien

«Eine kleine Sensation» ist für Veranstalter Lukas Rapold der Auftritt des brasilianischen Jugendorchesters «Camerata Jovem de Rio de Janeiro». Die gemeinnützige Organisation «Ação Social pela Música» fördert musikinteressierte Kinder aus den Favelas der brasilianischen Hauptstadt. Nun ist das Jugendorchester auf Europatournee und trifft sich dieses Wochenende in Basel mit Streichern der Jungen Sinfonikern der Musikakademie Basel. Gemeinsam studieren sie klassische und brasilianische Stücke ein und geben diese am Sonntagnachmittag zum Besten. Wie in den vergangenen Jahren wird das Sonntagsprogramm auch bei der diesjährigen Ausgabe durch eine Jazz-Matinee abgerundet.

Ab diesem Jahr will Lukas Rapold dem Charakter des Festes einen etwas gemütlicheren Touch geben: «In den letzten Jahren hat sich das Klosterbergfest ein bisschen zu einem Hin-und-Her-Laufen entwickelt.» Mehr Sitzgelegenheiten mit Tischen und gemütliche Lounges sollen die Gäste wieder «zum Verweilen» bewegen. Wichtig ist es dem Veranstalter aber, dass die Tische nicht zu einem bestimmten Stand gehören: «Wir wollen kein Mein-Stand-mein-Tisch-Konzept, sondern eine möglichst gute Durchmischung. Jeder soll da sitzen und konsumieren dürfen, wo er will», sagt Rapold.

Die Caipirinha-Legende bleibt am Leben

Auf die Frage, wie alt jetzt das Klosterbergfest wirklich sei, gibt auch Rapold keine klare Antwort: «Es ist wie bei Wilhelm Tell. Legenden macht man kaputt, wenn man sie historisch ergründen will.» Fakt sei hingegen, dass Onorio Mansutti, Gründer des Klosterbergfestes, der erste Basler Caipirinha-Verkäufer aller Zeiten sei. Dieses Monopol bleibt – zumindest unter den Ständen des Klosterbergfestes – bis heute bestehen: Wer einen Stand für das Strassenfest anmelden will, muss sich damit einverstanden geben, kein Caipirinha auszuschenken.

Rapold selber begeistert vor allem das einzigartige Zusammenspiel von Basler Innenstadt und brasilianischen Sommervibes. «Der Basler Charakter dieses Festes ist irrsinnig. Das ist wirklich meine Stadt», schwärmt der Organisator.


   

Freitag, 23. bis Sonntag, 25. August 2019
Klosterberg Basel, am Freitag ab 18 Uhr, Eintritt frei
www.klosterbergfest.ch

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