Strafgericht

Vier Jahre Gefängnis für dreiste Betrügereien

Das Dreiergericht sah in dem Nigerianer eine Schlüsselperson bei einer grossen Betrugsmasche. (Symbolbild)

Das Dreiergericht sah in dem Nigerianer eine Schlüsselperson bei einer grossen Betrugsmasche. (Symbolbild)

Ein nigerianischer Geschäftsmann muss wegen gewerbsmässigen Betruges für vier Jahre ins Gefängnis. Ein Basler Treuhänder kam als Mittäter in einigen Fällen mit einer bedingten Freiheitsstrafe davon.

«Täuschen war ihr täglich Brot», fasste Gerichtspräsident Marc Oser den Fall zusammen: Das Dreiergericht verurteilte den 40-jährigen Nigerianer zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren. «Sie haben einen Riesenapparat aufgezogen und mit erheblichem Aufwand ein riesiges Lügengebäude errichtet», sagte Oser.

Das Dreiergericht sah in dem Nigerianer eine Schlüsselperson bei einer grossen Betrugsmasche: Eine Privatperson aus Basel sowie mehrere Firmen aus den USA, Kuwait, der Slowakei und Armenien wurden insgesamt um rund eine Million Franken geschädigt. Das Gericht fällte Schuldsprüche wegen gewerbsmässigen Betruges, Geldwäscherei, Urkundenfälschung und Pfändungsbetrug.

Ein 35-jähriger, bereits hoch verschuldeter Basler Treuhänder hatte für einige der Betrügereien sein Konto zur Verfügung gestellt, ausserdem läuft gegen ihn inzwischen bereits ein weiteres Verfahren wegen ähnlicher Geschichten. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung, verdoppelte allerdings die übliche Probezeit auf vier Jahre. Darin sind auch Verurteilungen wegen Leasingbetruges sowie einer Urkundenfälschung enthalten.

Schwarz-Peter-Spiel

Der 41-jährige Haupttäter hatte stets betont, er habe seriös geschäften wollen, teilweise schob er die Schuld auf andere Geschäftspartner. Das Gericht wollte davon nichts wissen: «Ihre Angaben waren durch die ganze Verhandlung hindurch schönfärberisch. Sie haben dauernd nach Ausreden gesucht und uns Geschichten erzählt», meinte Oser. Auch habe er die gesamten Geldflüsse kontrolliert, doch letztlich seien die enormen Summen irgendwo versickert. «Man weiss heute noch nicht, wo das Geld ist», sagte Marc Oser.

Hohe Forderungen keine Mittel

Der Haupttäter hatte zwar mehrere Schadenersatzforderungen in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken anerkannt, doch er ist mittellos: Er liess sich von einer befreundeten Familie in der Region aushalten. Unklar ist weiterhin, ob er Vermögenswerte in Nigeria hat oder das Geld dort an andere Betrüger weitergeflossen ist. Diverse Hintermänner blieben im Dunkeln: Durch mehrere verschiedene Mailadressen konnte der 41-Jährige zwar bei einigen Geschäften gleichzeitig alleine als Bankmitarbeiter, Vermittelter und Investor auftauchen, doch manche Geschäfte benötigten noch andere Helfer.

Die Masche war allerdings immer ähnlich: Angebliche Millioneninvestitionen oder grosse Aufträge wurden versprochen, und für unzählige Anwaltskosten oder Gebühren wurden Vorleistungen verlangt. «Es war meiste der typische Vorschussbetrug, wie man ihn kennt», befand das Gericht. Einzig bei einem Kreditkartenbetrug kam das Gericht zu einem Freispruch, weil nicht abschliessend geklärt werden konnte, welcher der beiden Angeklagten die zu kriminellen Zwecken missbrauchten Kartendaten besorgt hatte.

Staatsanwalt Thomas Hofer hatte eine leicht höhere Strafe von 4,5 Jahren verlangt. Die beiden Verurteilten können den Fall noch weiterziehen.

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