Noch sorgt der April mit seinen Wetterkapriolen für Verzögerungen bei der Outdoor-Saison. Doch bald werden Massen von sonnenhungrigen Menschen an die Kleinbasler Riviera angeschwemmt. Durstige Menschen zumeist. Neben den bestehenden vier Buvetten könnten nach den Plänen des Kantons gleich vier neue Verkaufsstände für die Befriedigung der Konsumlust sorgen.

Bei der Allmendverwaltung laufen vier Bewilligungsverfahren für neue Verkaufsstände: einer am Unteren Rheinweg auf Höhe Klingentalgraben und gleich drei auf der Villen-Meile am Schaffhauserrheinweg, die sich in der jüngeren Vergangenheit als schwieriges Pflaster für Bewilligungen erwiesen hat.

Das Angebot der Stände soll sich unterscheiden. Am Unteren Rheinweg ist Gesundes angesagt, etwa mit Säften, von einem umgebauten Veloanhänger aus serviert. Am buvettenlosen Schaffhauserrheinweg sind Verkaufsstände mit Frozen Yogurt, Fruchtsäfte sowie eine Bar mit Wein und «Vintage Snacks» in der Bewilligungs-Pipeline:

  • Als Verkaufsvehikel des Saftstands ist wie beim ähnlich gelagerten Projekt am Unteren Rheinweg ein ausgebautes Lastenvelo geplant. Standort ist das Trottoir auf der Höhe der Theodorsanlage beim Kopf der Wettsteinbrücke.
  • Die Glacé- und Frozen-Yogurt-Spezialitäten sollen von einem dreirädrigen Klein-Lieferwagen des Typs Piaggio Ape serviert werden. Dieses soll bei der Einmündung zum Solitüde-Park beim Stachelrain zu stehen kommen.
  • Für die Wein- und Proseccobar ist ein umgebauter alter Pferdeanhänger vorgesehen. Für diesen ist ein Standort beim Fischerweg geplant – dort, wo ursprünglich die höchst umstrittene Buvette vorgesehen war.

Bis vor Bundesgericht

Gegen drei der vier Projekte sind Einsprachen eingegangen, wie André Frauchiger, Mediensprecher des Tiefbauamts auf Anfrage mitteilt. Sechs Einsprachen sind es beim Stand am Unteren Rheinweg. Jeweils drei Einsprachen wurden gegen zwei der drei geplanten Stände am Schaffhauserrheinweg eingereicht – namentlich gegen die Wein- und Proseccobar und gegen den Frozen-Yogurt-Stand.

Lediglich die geplante Saftbar bei der Theodorsanlage kam bis einen Tag vor Ablauf der Einsprachefrist ungeschoren davon. Dass vor allem die geplante Bar bei Fischerweg auf Widerstand stossen wird, ist nicht verwunderlich. 2016 wollte der Kanton die dortige Rheinterrasse für eine fixe Buvette freigeben. Gegen diese Pläne stiegen die Anwohner aber auf die Barrikaden.

20 Einsprachen trafen damals bei der Bewilligungsbehörde ein – eine Rekordzahl. Und die Einsprecher bewiesen Durchhaltewillen. Bereits die erste Ausschreibung zogen sie bis vor Bundesgericht weiter. Die oberste Gerichtsinstanz ging zwar nicht auf die Einsprache ein. Aber es herrschten kaum Zweifel, dass die Buvette-Gegner ihren Widerstand auch gegen ein Betriebskonzept durch alle Instanzen ziehen würden.

Im Sommer 2018 gab das Bau- und Verkehrsdepartement schliesslich auf. «Aufgrund der vorgesehenen Sanierung der Uferböschung beim Schaffhauserrheinweg und langwierigen Rechtsmittelverfahren, die sich abzeichnen, macht es zurzeit wenig Sinn, einen Betreiber oder einen Betreiberin zu bestimmen», teilte das Tiefbauamt damals mit.

Es schlug stattdessen einen Verkaufsstand vor. Dieser sei «deutlich kleiner als eine Buvette und mobil, weshalb er eine höhere Akzeptanz bei der Anwohnerschaft geniesst», so die Erwartung für den Sommer 2019. Eine vergebliche Hoffnung, wie jetzt die vielen Einsprachen zeigen.

Federführend bei der Einsprache gegen die geplante Bar bei Fischerweg und den Saftstand am Unteren Rheinweg ist ein Verein «Rheinpromenade Kleinbasel». Bei der Bar moniert er, diese sei für die «beschränkten Platzverhältnisse» zu gross. «Ferner halten wir das Angebot, dessen Schwerpunkt in der Abgabe alkoholischer Getränke liegt, als unzweckmässig für die Nutzer des neuen Badestrands am Schaffhauserrheinweg und die Rheinschwimmerinnen», wie Vorstandsmitglied Matthias Rapp mitteilt.

Nicht nur im Kleinbasel

Auch beim geplanten Saftstand am Unteren Rheinweg nennt der Verein Platzprobleme als Grund für den Widerstand. Dieser Stand blockiere einen Fussgängerdurchgang zwischen zwei Baumrabatten, teilt Rapp mit. «Wir meinen, dass das öffentliche Interesse am Fussgängerdurchgang überwiegt gegenüber dem privaten Interesse der Gesuchstellerin für den Verkauf von Fruchtsäften, die auch in Buvetten angeboten werden könnten.»

Auch am Grossbasler Rheinufer harzt es. Ein Anwohner hat gegen die Betriebsbewilligung einer Buvette auf dem Vorplatz beim Letziturm ans Appellationsgericht weitergezogen.