Kaserne Basel

Vier Projekte und noch mehr Wünsche für den neuen Kasernen-Hauptbau

Der Hauptbau der alten Basler Kaserne ist frühestens 2019 bereit für neue Nutzungen. Die Kosten für den geplanten Umbau schätzt es auf rund 35 Millionen Franken - im Dezember war noch von 30 Millionen die Rede gewesen.

Das Basler Kasernenareal wird sich in den nächsten Jahren verändern. Geplant sind vier Projekte. Das verunsichert die Quartierbevölkerung und sorgt immer wieder für Schlagzeilen, zum Beispiel über die älteste Basler Moschee, der wegen der anstehenden Dachsanierung nach 43 Jahren im oberen Rosstall gekündet wurde. Oder wegen der Ateliers in der Klingentalkirche, die künftig viermal teurer vermietet werden.

Das Siegerprojekt öffnet das Kasernenareal zum Rhein sowohl seitlich beim Kirchenbau als auch grosszügig im Parterregeschoss.

Das Siegerprojekt öffnet das Kasernenareal zum Rhein sowohl seitlich beim Kirchenbau als auch grosszügig im Parterregeschoss.

Am Donnerstag versuchte der Kanton, mit einem Überblick über die Projekte so viel Klarheit zu schaffen, wie in Planungsprozessen möglich ist. Der oberste Stadtentwickler, Thomas Kessler, mahnte vor den Medien zur Geduld: «Man muss sich zeitlich an ein wenig grössere Dimensionen gewöhnen.» Und Philipp Bischof, Leiter der Abteilung Kultur, stellte klar: «Das Junge Theater wird bleiben.» Erhalten werden soll auch der Spielestrich. Gearbeitet wird momentan an:

Die Ziffern entsprechen der Nummerierung im Text.

Die Ziffern entsprechen der Nummerierung im Text.

• 1. Hauptbau (blau): Ab 2016 soll der Hauptbau umgebaut und umfassend saniert werden. Das wird mit 35 Millionen Franken teurer als die bisher geschätzten 30 Millionen. Derzeit wird das Siegerprojekt «Ein Haus für alle. Und das Neue» der Basler Architekten Hans Focketyn und Miquel del Rio überarbeitet. «Wir prüfen, was möglich ist. Eine Eventhalle ist nicht möglich», sagte Bischof. Neu ist dafür die Idee einer öffentlich zugänglichen Skybar im Ostturm. Was letztlich möglich sein wird, das entscheidet der Grosse Rat und dies erst nächstes, nicht wie vorgesehen dieses Jahr. Teil der Vorlage wird auch das Nutzungskonzept. Vor 2015 werde nicht entschieden und es würden auch keine Gespräche mit möglichen Nutzern geführt, sagte Bischof. Erwünscht wären neben Gastrobetrieben sozio-kulturelle Nutzungen wie etwa ein Quartiertreff und das Kulturbüro. Proberäume für Bands und Mieter, die nur einzelnen Personengruppen offen stehen, schliesst er aus. Ab 2019 soll der Hauptbau für neue Nutzungen zur Verfügung stehen - und für die Öffentlichkeit wenn möglich rund um die Uhr zugänglich sein.

• 2. Klingentalweglein (gelb): Mit der seitlichen Öffnung zwischen Klingentalkirche und Kaserne wird das Klingentalweglein künftig das Kasernenareal mit dem Rhein verbinden. Darum soll es attraktiver gestaltet werden. Das soll parallel zur Sanierung des Hauptbaus zwischen 2016 und 2018 geschehen und 1,5 Millionen Franken kosten. Gestern Abend konnte die Quartierbevölkerung an einem Informationsabend ihre Anliegen zur Gestaltung einbringen.

• 3. Oberer Rosstall (grün): Es ist das Projekt, dessen Umsetzung am nächsten steht. Ab 2015 wird das Gebäude für 3,5 Millionen Franken saniert und erdbebensicher gemacht. Wie der Dachstock künftig genutzt wird, ist noch offen. Eine so stark frequentierte Nutzung wie die heutige Moschee wird es allerdings nicht sein. «Gemessen an den Normen, darf der Raum künftig nicht mehr so betrieben werden», sagte Thomas Fries, stellvertretender Leiter des Hochbauamtes.

• 4. Klingentalkirche (rot): Der Innenbereich wird saniert. Was genau gemacht werden soll, dazu läuft eine Studie. Baubeginn soll 2016 sein.

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