Der Winzling klammert sich auf dem Rücken seiner Mutter fest. Sein Köpfchen gräbt er in das wollige Fell. Die Menschen vor der Scheibe müssen ganz genau hinschauen, wo der Kobold sich versteckt. Denn der kleine Sumpfspringaffe ist erst knapp vier Wochen alt und mag noch nicht selber von Ast zu Ast springen. Irgendwie erinnert er bei seinem Anblick mit seinem Schwanz und den feinen Fingerchen an eine Eidechse. Wie ein pelziger Knäuel.

Aber das Äffchen ist fit, erzählte Adrian Baumeyer, Kurator im Basler Zoo, gestern vor den Medien. Ob es ein Junge oder ein Mädchen ist, weiss er noch nicht. Das könne man später an der Schwanzspitze erkennen, die sich je nach Geschlecht unterscheidet. Der Schwanz des Kleinen ist denn das Einzige, was der Zoobesucher von Weitem entdecken kann. Er ist wohl so lang wie der ganze Affenkörper – auch bei den ausgewachsenen Tieren – und hebt sich mit seinem beigen Farbton vom Rest des Felles ab. Bereits nach vier Tagen wechselten sich Vater und Mutter des Kleinen beim Tragen ab.

Muttersöhnchen bis 7-jährig

Neben Mutter Chica (13) und Vater Gunther (10) leben mit Weibchen Iqitos (4) und den beiden Jungs Junin (3) und Kiabi (2) drei weitere Jungtiere derselben Eltern im Basler Zoo. Die Babys bleiben bis zu sieben Jahre bei Mama und Papa, erklärt Baumeyer. «Erst wenn die Gruppe zu gross wird, wandern sie ab. Bis zu diesem Zeitpunkt helfen sie mit, die jüngeren Geschwister zu tragen und zu pflegen.» Ebenso aussergewöhnlich ist die Art, wie die Sumpfspringaffen bei sich anbahnender Gefahren ihr Territorium verteidigen: Sie beginnen laut zu singen.

Entdeckt: eine neue Affenart

In diesem Jahr hat ein Forscherteam mit dem Urubamba-Springaffen eine neue Springaffenart beschrieben. Auf einer Expedition in Peru – die Sumpfspringaffen leben in Südamerika – entdeckte Jan Vermeer die in Vergessenheit geratenen Tiere. Von einem Jäger erwarb der Forscher einen Schädel und das Fell, das ihm den endgültigen Beweis lieferte. Die Entdeckung dieser neuen Affenart zeigt, dass in tropischen Regenwäldern weitere grössere Säugetiere leben, über die man bisher nichts weiss, vermutet Kurator Adrian Baumeyer.