Vogel Gryff

Vogel Gryff wird von der Strasse ins Museum geholt

Die Ausstellung ehrt Vogel Gryff, Leu und Wildi Maa. Kevin Müri

Die Ausstellung ehrt Vogel Gryff, Leu und Wildi Maa. Kevin Müri

Das Restaurant zum Rebhaus widmet sich eine Woche lang in einer Sonderausstellung dem Kleinbasler Traditionsanlass «Vogel Gryff». Damit möchte sie auch junge Leute auf die Ehrenfiguren aufmerksam machen.

Sie tanzen und springen jedes Jahr leichtfüssig durch die Kleinbasler Strassen: Der Vogel Gryff, der Leu und der Wildi Maa sind immer wieder eine Attraktion und zogen auch am vergangenen Montag viel Volk an. Aus nächster Nähe sind die drei Kleinbasler Ehrenfiguren allerdings nur selten zu sehen – zu zahlreich erscheinen jeweils die Leute, zu gross ist das Gedränge.

Umso besser, dass das Restaurant zum Rebhaus eine Woche lang Abhilfe schafft. Noch bis zum 25. Januar sind im Gesellschaftshaus der Ehrengesellschaft zum Rebhaus die imposanten Kostüme der drei Ehrenzeichen und der Silberschmuck der drei Kleinbasler Ehrengesellschaften ausgestellt.

Fehlender Nachwuchs

Wer sich die drei Kostüme und Masken genau ansieht, der entdeckt schnell die feinen Details, die den Charme der düsteren Verkleidungen ausmachen. Der Leu, Wappentier der Ehrengesellschaft zum Rebhaus, hat wie der Wildi Maa auch einen Kopf aus Kupfer, während sein Fell aus Leder und Rosshaar besteht. Das Kostüm des Vogel Gryff wiederum sticht besonders durch seine vielen Lederschüppchen hervor. Und der Wildi Maa, der ist sowieso eindrücklich. Grimmig der Blick, die Blätter des Kostüms schon etwas verwelkt seit letztem Montag: Mit ihm sollten es die Grossbasler besser nicht aufnehmen.

Es muss unglaublich anstrengend sein, einen Tag lang in diesen schweren Kostümen und unter den Masken mit schlechter Sicht durch die Stadt zu tanzen. Ob das einer der Gründe ist, weshalb den Ehrengesellschaften der Nachwuchs fehlt? Enrico Manschetti von der Ehrengesellschaft zum Rebhaus hofft jedenfalls, dass mit der Ausstellung auch jüngere Leute auf den Vogel Gryff aufmerksam werden. «Mittlerweile gibt es hier fast nur noch Männer mit meiner Haarfarbe», scherzt er und zeigt auf seine graue Haarpracht.

Silberschmuck fürs Gryffe-Mähli

Dass die drei Ehrengesellschaften eine traditionelle Gemeinschaft bilden, zeigt sich auch am ausgestellten Silberschmuck, der seit mehreren Jahrhunderten in ihrem Besitz ist. Das Silbergedeck ist laut Rebhaus-Statthalter Claude Beranek regelmässig in Gebrauch. «Der Tafelaufsatz mit der Mittleren Brücke und dem Käppelijoch gehört zum festen Inventar des Gryffe-Mähli», erklärt er stolz.

Für die Ausstellung haben die Verantwortlichen alle Pokale und Schmuckstücke zusammengetragen und präsentieren sie nun in Glasvitrinen. Auch alte Filmausschnitte und einige grossflächige Vogel Gryff-Bilder gibt es zu sehen. Besucht war die Ausstellung am letzten Samstag gut – nur die jungen Gesichter fehlten.

Die Ausstellung im Restaurant zum Rebhaus an der Riehentorstrasse 11 läuft noch bis zum 25. Januar. Der Eintritt ist frei.

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