Klaus Hubmann ist genervt. Der Geschäftsführer der Stiftung Habitat wirft den Lysbüchel-Gegnern unseriöse und unsorgfältige Arbeit vor. Der Grund ist der alternative Vorschlag für das Lysbüchel-Areal von Metrobasel Expo&Forum. Diese Planung wird von den Gegnern der geplanten Überbauung unterstützt. Der Plan zeigt aber ein falsches Bild der möglichen Arealentwicklung. Denn ein Teil ist gar nicht im Projektperimeter, über den das Volk abstimmen wird.

Im Süden des Lysbüchel-Areals besitzt die Stiftung Habitat mehrere Grundstücke. Dort sollen in Zukunft verschiedene Bauprojekte realisiert werden. Die Lysbüchel-Gegner beziehen nun auf ihrem alternativen Plan zum Lysbüchel-Areal den Grund und Boden der Stiftung Habitat mit ein (siehe Karte oben).

Wohnungen im Weinlager

Klaus Hubmann sieht den Vorschlag der Gegner nicht gerne. «Der Plan ist unseriös und unsorgfältig ausgearbeitet», sagt Hubmann. Bereits gegen Ende des nächsten Jahres sollen auf dem Areal der Stiftung die ersten Projekte gebaut werden, sagt er. Die sehen jedoch anders aus, als sie auf der Karte der Gegner eingezeichnet sind. Das ehemalige Weinlager von Coop soll in ein Wohnhaus mit gegen 60 Wohnungen umgebaut werden. Dazu kommt ein Musikerhaus.

Vor allem aber wird das Gelände in zwölf kleineren Parzellen im Baurecht weitergegeben. Dort hätten Genossenschaften und Hausgemeinschaften bereits Absichtserklärungen unterschrieben, auf den Parzellen Überbauungen hinzustellen, und sind an der konkreten Planung der Häuser, sagt Hubmann.

Die von den Lysbüchel-Gegnern entworfenen Pläne zeigen aber nicht das bereits weit fortgeschrittene Vorhaben der Stiftung Habitat. Auch ein im Grundbuch eingetragenes öffentliches Wegrecht und rechtskräftige Baulinien würden im alternativen Vorschlag nicht berücksichtigt, sagt Hubmann. Für ihn ist deshalb klar: «Der alternative Plan ist nur eine Ausweichtaktik der Gegner des Lysbüchel-Areals. Sie wollen aufzeigen, dass schlecht geplant wurde, stellen aber selber einen schlicht falschen Vorschlag zur Diskussion.»

Stiftung wäre von Nein betroffen

Für die Stiftung Habitat hätte ein Nein zu Volta Nord Auswirkungen. Es könnte rund ein Drittel der geplanten Wohnflächen auf den Parzellen nicht so realisiert werden, weil gewisse Grundlagen aus dem Bebauungsplan fehlen würden, sagt Hubmann. Deshalb unterstützt die Stiftung Volta Nord. «Wir wollen bezahlbaren Wohnraum in die Stadt bringen. Es geht bei der derzeitigen Diskussion unter, dass dieser auf dem Lysbüchel erstellt werden kann», sagt Hubmann. Klar sei aber, dass es auch fürs Gewerbe Platz haben muss. Auf den Grundstücken der Stiftung seien deswegen teilweise auch Gewerbeflächen vorgesehen, sagt er.

Die Überbauung auf dem Lysbüchel-Areal ist nicht das einzige Bauprojekt der Stiftung, die Beatrice Oeri gegründet hat. So entwickelt Habitat den östlichen Teil der Erlenmatte und auch der Jazzcampus im Kleinbasel baute die Stiftung.

Daniel Palestrina hat den Plan, mit dem die Gegner für ein Nein werben, entwickelt. Er gibt zu, dass es auf dem Plan nicht klar wird, dass der südliche Teil nicht Teil der Abstimmung sei. Aber man müsse ein solches Gebiet in einem grösseren Kontext anschauen, sagt Palestrina. Deshalb sei das Areal der Stiftung auch auf der Karte eingezeichnet.

Noch diese Woche hatte der Gewerbeverband ungehalten auf die Tatsache reagiert, dass die SBB mit falschen Angaben für die Abstimmung warb. Nun zeigt sich: Die alternative Planung suggeriert ein falsches Bild der Lage auf dem Lysbüchel. Der Gewerbeverband, der auf der Gegnerseite federführend ist, sympathisiert mit dem Vorschlag und platzierte ihn prominent auf der offiziellen Website der Kampagne gegen Volta Nord.