Umbau

Vom Hospiz für Aids-Kranke zum Heim für Schwerbehinderte – Basler Lighthouse schafft mehr Platz

Der Ausbau an der Gustav-Wenk-Strasse braucht eine Ausnahmebewilligung. (Visualisierung/zvg)

Der Ausbau an der Gustav-Wenk-Strasse braucht eine Ausnahmebewilligung. (Visualisierung/zvg)

Das einstige Hospiz für Aids-Kranke ist zu einem Heim für Schwerbehinderte geworden.

Das Basler Lighthouse blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. In den 1980er-Jahren wurde die Institution als Sterbehospiz für Aids-Kranke gegründet. An der damaligen Adresse an der Hebelstrasse war die Sterberate angesichts der schlechten medizinischen Behandlungsmöglichkeiten für HIV sehr hoch. Im ersten Jahr nach der Gründung 1987 starb die Hälfte aller Patienten.

Im Verlauf der Jahre aber erhöhte sich die Lebenserwartung von Aids-Kranken. Heute ist eine HIV-Diagnose, wenngleich die Krankheit immer noch nicht heilbar ist, kein Todesurteil mehr. Das Lighthouse hat seine eigentliche Bestimmung verloren und ist zum Wohnheim für chronisch Kranke geworden. Man geht nicht mehr ins Lighthouse, um zu sterben, sondern um zu leben. 2003 zog das Lighthouse an die Gustav Wenk-Strasse 40. 18 Bewohner beherbergt das Haus derzeit.

Das Lighthouse ist seit Jahren voll belegt

MS-Patienten, Menschen, die einen schweren Schlaganfall erlitten oder schlimme Unfälle gehabt haben und im Rollstuhl sitzen, kommen hierher. Das Haus ist seit Jahren voll – deswegen hat sich das Lighthouse dazu entschieden, mehr Platz zu schaffen. Wie einem Baubegehren, das seit vergangener Woche im Basler Bauinspektorat aufliegt, zu entnehmen ist, sollen vier zusätzliche Heimplätze geschaffen werden sowie ein Entlastungsplatz. Dieser Entlastungsplatz steht beispielsweise Menschen offen, die ihre behinderten Angehörigen abgeben wollen, um beispielsweise in die Ferien gehen zu können. Zudem ist geplant, das Atelier zu erweitern. Hier wird den Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit einer Tagesstruktur geboten. «Alles, was kreativ ist, wird hier angeboten», sagt Lighthouse-Geschäftsführer Martin Schnellmann.

Das Angebot steht nicht nur Bewohnern offen, sondern auch anderen Menschen, etwa Altersheimbewohnern. Die nun erfolgte Erweiterung des Lighthouse soll aber nicht auf dem «vom Bebauungsplan definierten Perimeter» erfolgen, wie dem Baubegehren zu entnehmen ist. Damit würde der Garten zum Opfer fallen, der «im Sommer Hauptaufenthaltsort der Bewohnerinnen und Bewohner ist». Stattdessen ersucht das Lighthouse um eine Ausnahmebewilligung, die Erweiterung auf der Rückseite des Gebäudes durchzuführen. Damit könnte der Garten erhalten werden.

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