Mein Schrebergarten
Vom Sommersirup zum Fondueabend: Hier wird Gastfreundschaft gross geschrieben

In Vre Martis Schrebergarten gibt es für ihren Besuch vieles zu bestaunen und zu geniessen.

Delphine Conzelmann
Merken
Drucken
Teilen
Mein Schrebergarten Folge 2: Vre Marti
12 Bilder
Vre Marti und ihr Schrebergarten auf dem Bruderholz.
Vre Marti und ihr Schrebergarten auf dem Bruderholz.
Der Weg in Martis Garten führt durch Rosenbögen, die jetzt auf ihre zweite Blüte warten.
Im Schatten ihres Apfelbaums empfängt Marti gerne ihre Besucher.
Vre Marti und ihr Schrebergarten auf dem Bruderholz.
Vre Marti und ihr Schrebergarten auf dem Bruderholz.
Vre Marti und ihr Schrebergarten auf dem Bruderholz.
Vre Marti und ihr Schrebergarten auf dem Bruderholz.
Vre Marti und ihr Schrebergarten auf dem Bruderholz.
Vre Marti und ihr Schrebergarten auf dem Bruderholz.
Vre Marti und ihr Schrebergarten auf dem Bruderholz.

Mein Schrebergarten Folge 2: Vre Marti

Martin Toengi

«Bei mir gibt es immer einen Kaffee und einen kleinen Schwatz», sagt Vre Marti. Sie ist von Herzen eine gute Gastgeberin. Am liebsten empfängt sie ihre Gäste, wo sie sich selbst am wohlsten fühlt: Im Schatten des Apfelbaums, der schon seit Jahrzehnten in ihrem Schrebergarten gedeiht.

Von der Vorspeise bis zum Dessert verwöhnt sie ihren Besuch mit Hausgemachtem, denn ihr Garten gleicht einer Speisekarte: Kanarische Mini-Kartoffeln, runde Zucchini, Knoblauch und Rosé-Trauben wachsen hier, und laden ein zu einem sommerlichen Grillabend mit Freunden.

Angefangen hat aber alles mit Beeren: «Als ich vom Land in die Stadt gezogen bin, habe ich es nicht übers Herz gebracht, zu kaufen, was ich früher immer im Garten gepflückt habe. In meinem Schrebergarten kann ich anpflanzen, wozu ich Lust habe», erzählt sie.

Vor 25 Jahren hat sie zusammen mit einem Freund begonnen, auf dem Familiengartenareal an der David Joris-Strasse (auf Binninger Boden) zu Gärtnern. Langweilig ist es ihr seither nie geworden: «Jeden Tag sieht es wieder anders aus», sagt sie und trinkt einen Schluck hausgemachten Melissensirup.

Ihr Garten ist ein Fest für alle Sinne. Auf eine Augenweide ist Marti besonders stolz: Wer bei ihr einkehrt, wandelt zuerst durch märchenhafte Rosenbögen. Martis Lieblingsrose heisst Eden, ein treffender Name, denn paradiesisch sieht es hier aus. «Viele Freunde hält die Rosenpracht davon ab, mir bei einem Besuch Blumen zu bringen. Aber freuen würde ich mich darüber jederzeit», lacht sie.

Auch tierische Freunde hatte Marti schon bei sich zu Gast: «Eines Tages habe ich mitten in den Salatköpfen eine Igelfamilie entdeckt», erinnert sie sich. Sie lässt sich gerne von ihrem Garten überraschen. Denn auch wenn Marti viel an Arbeit und eigener Kreativität in ihr Paradies steckt, steht für sie fest: «Der Mensch hat die Natur nicht im Griff.» Der diesjährige Frost zum Beispiel habe auch in Martis Garten Spuren hinterlassen, wenn auch weniger, als befürchtet.

Zum Gärtnern gehört nebst der Erfahrung eben auch Glück. Wenn im Winter alle Pflanzen eingehen, oder sie im Frühling radikal geschnitten werden müssen, sehe es sogar in ihrer Oase traurig aus. Die Blumenpracht kommt jedes Mal noch eindrücklicher als zuvor zurück, aber bis es so weit ist, braucht Marti viel Geduld.

Doch auch wenn es draussen schneit, ist ihr Schrebergarten ein Ort der Geselligkeit: Im Winter lädt sie ihre Freunde, die im Sommer noch frische Feigen geniessen dürfen, gerne zum gemütlichen Fondue in ihr Gartenhäuschen ein.