Zahlen lügen nicht. Sie sind eindeutig. Unbestechlich. Gnadenlos. Da macht die neuste Statistik des Bundesamts für Strassen (Astra) keine Ausnahme. Für die Baselbieter Anti-Stau-Task-Force aber ist sie ein Grund zum Jubeln. Denn: Wieder verstopfen weniger Autofahrer die Strassen. Grund: Schon im zweiten Jahr in Folge mussten schweizweit mehr Automobilisten ihren Führerausweis abgeben. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl im 2015 um 3,1 Prozent auf 80 176 Personen gestiegen. 

Auch in der Nordwestschweiz sind die Autofahrer nicht ungeschoren davongekommen: In Basel-Stadt sind letztes Jahr 1521 Fahrausweise entzogen worden. In Baselland hat die Polizei 2108-mal zugeschlagen. Im Kanton Solothurn mussten 2341 Personen das «Permis» abgeben und im «Autokanton» Aargau waren es 6866. Wie im landesweiten Vergleich waren auch in der Nordwestschweiz meist Tempoüberschreitungen schuld. Daneben aber gibt es doch auch einige interessante kantonale Eigenheiten – eine nicht ganz ernst gemeinte Auswertung:

Festhütte Baselland

So sticht Basel-Stadt in der Bundesstatistik durch auffallend viele Träumer hervor. Gleich 237 Ausweise wurden in der Stadt wegen Unaufmerksamkeit entzogen. In Baselland waren es dagegen nur 106 (geringere Handy-Dichte?). Und das ist nicht die einzige Kategorie, in welcher die Basler obenausschwingen. Wegen «Missachten von Auflagen» mussten 219 Personen ihren Fahrausweis abgeben. In Baselland waren es 48, in Solothurn 48 und im Aargau 165. Gemeint sind hier Einträge im Fahrausweis, meist Tragen einer Brille. Wir lernen: Basler sind eitel. 

Auf der anderen Seite fällt die Festhütte Baselland mit vielen alkoholisierten Autofahrern auf: 227 Blaufahrer hat sich die Baselbieter Polizei zur Brust genommen. In Basel dagegen schauen die Autofahrer weniger oft zu tief ins Glas: 121 Entzüge. Und dann natürlich das Kapitel «Entwendung zum Gebrauch»: Aargau und Solothurn bewegen sich da mit 24 und 13 Fällen im Mittelfeld. In Baselland dagegen scheint ohnehin jeder ein eigenes Auto zu haben: 0 Fälle. Vermutlich, weil auf im Landkanton jede Hausfrau ohne SUV aufgeschmissen ist. Auch in Basel-Stadt wurden gerade mal 2 Fälle registriert. Kein Wunder, es hat ja auch kaum Parkplätze.

Aargau mit Charakterproblem

Wirklich interessant aber wird es in der Abteilung «Nichteignung»: Wegen eines nicht geeigneten Charakters mussten in Baselland 9 Personen ihren Fahrausweis abgeben. In Basel-Stadt waren es immerhin 23. Und es wird immer besser: Im Kanton Solothurn waren es sogar 31. Nun aber aufgepasst: Im Aargau mussten alleine im letzten Jahr sage und schreibe 653 Autofahrer mit Charakterproblemen ihren Fahrausweis abgeben! Nicht viel anders sieht es aus bei Automobilisten mit psychischen Problemen: jeweils 4 in den beiden Basel, 11 in Solothurn und 289 im Aargau. Noch Fragen?