FC Basel
Von Di Matteo bis Fink: Sieben mögliche Yakin-Nachfolger im Check

Nach der Trennung von Murat Yakin haben sich bereits über 50 Trainer beim FCB beworben. Die ersten Kontakte sind hergestellt. Entschieden ist noch nichts, aber es kristallisieren sich einige Favoriten heraus. Diksutieren Sie mit!

Etienne Wuillemin
Merken
Drucken
Teilen
Sieben mögliche FCB-Trainer: Was für und was gegen sie spricht
6 Bilder
Trainer Rene Weiler macht einen guten Job beim FC Aarau - wie lange bleibt er noch?
Thorsten Fink
Michael Skibbe: macht bei GC einen guten Job.
Trainerlegende Bernd Schuster.
St. Gallens Trainer Jeff Saibene.

Sieben mögliche FCB-Trainer: Was für und was gegen sie spricht

Keystone

Roberto Di Matteo: Die Szene hatte Eigenartiges. Als Chelsea morgen vor genau zwei Jahren den FC Bayern München im Champions-League-Final besiegte, stürmte Di Matteo siegestrunken mit dem Pokal über den Platz. Und schrie immer wieder in die Kameras: «I’ve won it!» Er, der bald 44-Jährige, machte den Traum von Chelsea-Besitzer und Milliardär Abramowitsch wahr. Und das war Di Matteo nur allzu sehr bewusst. Die Geschichte des «Ich habe dir den Pokal geschenkt!» war ausschlaggebend, dass Di Matteo nach langem Hin und Her einen neuen Zweijahres-Vertrag erhielt. Entlassen wurde er im darauffolgenden Herbst trotzdem – seither sitzt Di Matteo auf einem goldenen Fallschirm. Bis zu fünf Millionen Franken soll er pro Saison verdient haben.

Nun ist der Schaffhauser bereit für eine neue Aufgabe. Dass der FCB eine interessante Möglichkeit wäre, ist selbsterklärend. Immerhin ist die Teilnahme an der Champions League bereits gesichert. Di Matteo bewies mit West Bromwich Albion (Aufstieg in die Premier League), dass er einen Verein vorwärtsbringt, der einen Umbruch hinter sich hat. Und auch im Haifischbecken Chelsea navigierte er lange ausserordentlich geschickt. Er besitzt die Ausstrahlung eines Stars und weiss, dies für seinen Klub zu nutzen. Die Frage ist: Ist der FCB bereit, die Gehaltsvorstellungen von Di Matteo zu erfüllen? Zudem ist Di Matteo auch andernorts begehrt, in Frankfurt vor allem, aber auch Tottenham scheint nicht abgeneigt. Trotzdem: Top-Favorit.

Réne Weiler, Trainer FC Aarau

Réne Weiler, Trainer FC Aarau

Keystone

René Weiler: Der 40-Jährige geniesst einen hervorragenden Ruf – auch in Basel. Was er mit dem FC Aarau in den letzten Jahren leistete, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Er ist bereit für den nächsten Schritt. Weiler kann sich und sein Team jederzeit gut verkaufen und erklären, das wird beim FCB besonders geschätzt. Seine Spielidee, dynamischer Offensivfussball, passt bestens zur Vorstellung der FCB-Bosse und auch zum Basler Selbstverständnis. Seine Philosophie hat etwas von jener, die Thorsten Fink beim FCB einst etablierte und dafür viel Lob erntete. Ernsthafter Kandidat.

Thorsten Fink: Nicht alle haben dem ehemaligen FCB-Trainer seinen Abgang zum HSV im Oktober 2011 verziehen. Und auch sonst war intern nicht alles so goldig, wie es häufig aussah. Aber unbestritten ist, dass Fink und die FCB-Bosse weiterhin ein gutes Verhältnis pflegen und dieses teilweise auch öffentlich auf den Tribünen des St. Jakob-Parks zelebrieren. Ein ungeschriebenes Gesetz lautet: Vorbei ist vorbei, eine aufgewärmte Liebe schmeckt etwa so gut wie aufgewärmter Kaffee. Aber es gilt eben auch: Im Fussball wie im Leben gibt es immer eine (und nur eine!) Ausnahme. Beim FCB heisst sie: Thorsten Fink. Darum ernsthafter Kandidat.

Fussballtrainer Bernd Schuster (Archiv)

Fussballtrainer Bernd Schuster (Archiv)

Keystone

Michael Skibbe: Veredelte bei GC Uli Fortes Erbe. Nicht nur rhetorisch brillant, sondern auch fachlich überzeugend. Hinterliess in Basel mit seinen Auftritten einen guten Eindruck. Die Wirren auf der GC-Führungs-Etage erstaunen und enttäuschen ihn. Nach Gesprächen in den letzten zwei Tagen sieht es aber danach aus, als würde er seinen Vertrag erfüllen. Aussenseiter-Chancen.

Thorsten Fink

Thorsten Fink

Keystone

Bernd Schuster: Der «blonde Engel» war in Malaga Opfer des ausgedünnten und verjüngten Kaders. Zusammen mit seinem Assistent Fabio Celestini erreichte er den Klassenerhalt – aber das war dem Vorstand zu wenig. Er wurde entlassen. Weit gereist als Spieler (u. a. Köln, Barcelona, Real, Leverkusen), wie auch als Trainer (u. a. Köln, Levante, Getafe, Real, Besiktas ). Unwahrscheinlich.

Jeff Saibene: Führte als Trainer den FC St. Gallen mit begeisterndem Offensiv-Fussball in die Europa League. Die Ostschweizer spielten auch in dieser Saison lange Zeit vorne mit, ehe das Team in einen Negativ-Strudel geriet. Beeindruckend ist vor allem, wie viele Challenge-League-Spieler Saibene zu Leistungsträgern in der höchsten Liga geformt hat. Aussenseiter-Chancen.

Sami Hyypiä: Zelebrierte mit seinem Partner Sascha Lewandowski in der Saison 2012/13 bei Bayer Leverkusen erfrischenden, auf schnelle Gegenstösse angelegten Tempofussball. Als Lewandowski (der eigentlich noch interessantere Name!) sich aber entschied, in den Nachwuchs zurückzugehen, ging es mit dem Team abwärts – bis Hyypiä entlassen wurde. Geringe Aussenseiter-Chancen.

Der einsame Kämpfer: Murat Yakin sind seine schlechten Sympathiewerte völlig egal.
6 Bilder
Philipp Degen
David Degen
Marco Streller
Bernhard Heusler
Wurde dieser Tage in Basel gesichtet: Der ehemalige Erfolgstrainer des FCB, Thorsten Fink

Der einsame Kämpfer: Murat Yakin sind seine schlechten Sympathiewerte völlig egal.

key