Kampf

Von #Metoo und Katzenöhrchen: Starke Frauen aus der Region Basel denken weiter

Zahlreiche einflussreiche Politikerinnen gaben sich die Ehre.

Zahlreiche einflussreiche Politikerinnen gaben sich die Ehre.

Zum siebten Mal fand am Dienstag das Neujahrs Get Together von «FrauenBasel» statt. Ein Anlass, bei dem sich Frauen aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Bildung treffen, um zu diskutieren und weiterzudenken.

Im grossen, altertümlichen Saal der Safranzunft wird es leise. Hunderte Frauen blicken gebannt zum Rednerpult. Sibylle von Heydebrand tritt nach vorne. Sie ist die Gastgeberin vom Neujahrs Get Together von «FrauenBasel», das am Dienstag zum siebten Mal stattfand. Von Heydebrand liest eine lange Liste von eingeladenen Frauen vor. Darunter die beiden Regierungspräsidentinnen Elisabeth Ackermann und Sabine Pegoraro.

Sie spricht über die beiden Symbole, die letztes Jahr im Kampf um Gleichberechtigung besonders eingefahren sind: Die Debatte um den Hashtag «Metoo», der Frauen weltweit dazu bewegte, über ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen zu sprechen. Und die Mütze mit den Katzenohren, die «weit weniger kratzt und Allergien verursacht als das Wort Frauenquote».

Lautes Geklatsche, einige Lacher. Sie spricht über Lohngleichheit und den Vaterschaftsurlaub: «Ich verstehe nicht, warum der Bundesrat für die Olympischen Winterspiele eine Milliarden Franken genehmigen möchte, der Vaterschaftsurlaub ist aber zu teuer.» Auch redet von Heydebrand über die Zukunft: Eines Tages braucht niemand mehr den Hashtag «Metoo», es gibt drei bis vier starke Frauen im Bundesrat, Lohngleichheit und mehr Vaterschaftsurlaub. Das möchte Von Heydebrand. Das Ziel des Anlasses sei es, Frauen und Frauenorganisationen zu vernetzen und Raum für die Auseinandersetzung mit aktuellen Gleichstellungsanliegen zu bieten. Über die heutige Situation der Frauen in der Region zeigt sie sich freudig: «Erstmals in der Geschichte werden die Kantone Basel-Stadt und Baselland von Frauen präsidiert. Dass sowohl die Präsidentinnen als auch die Vizepräsidentinnen am Mittwoch anwesend waren, war ein Highlight für mich», sagt sie im Nachhinein.

Nach ihrer Ansprache tritt Monique R. Siegel unter grossem Applaus nach vorne. Die Analytikerin von Megatrends und «Vordenkerin», wie sie auf der Einladung beschrieben wird, hält das Grusswort des Abends. Und dieses regt zum Nachdenken an: Sie plädiert für Frauen, die ihre Chancen nutzen und sich nicht in eine Opferrolle pushen. «Wir bilden 51 Prozent der Menschheit. Bitte denken Sie beim nächsten Vorstellungs- oder Lohngespräch daran!». Lautes Geklatsche und viele Zurufe.

Die Frau, die bald 80 wird, spricht mit fester, lauter Stimme. Ihre Sprüche sitzen und ihre Botschaft ist klar: Frauen müssen ihre Chancen nutzen. Und das, auch wenn sie nicht gleich sind wie Männer. «Männer sind anders. Frauen auch», steht gross auf der Leinwand vorne. «Frauen suchen Wege, Männer bauen Schienen», sagt sie überzeugt. Es brauche nämlich beide Geschlechter, um die zahlreichen, schwerwiegenden Probleme in der Welt zu lösen.

Neue Generation, neue Hoffnung

«Noch nie gab es eine Generation von Frauen, die so gebildet und emanzipiert sind, wie die heute.» Dazu brauche man nur noch die sogenannten «neuen Väter». Männer, die ebenfalls viel Zeit mit der Familie verbringen wollen und sich nicht davor drücken, Teilzeit zu arbeiten.

Sie schliesst mit einem einprägsamen Satz: «Das Beste an grossen Ideen ist es, sie teilen zu können.» Das kommt an: Abermals lautes Geklatsche, Zurufe und sogar einige Pfiffe. Nach den Inputs wird viel diskutiert. Die Frauen reden untereinander und lernen sich kennen. Einige sind ganz euphorisch, gehen zu Siegel und bedanken sich. «Sie machen Hoffnung», ist oft zu hören.

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