Stadtentwicklung

Von «Rheinhattan» in Kleinhüningen redet niemand mehr

Das Architekturbüro MVRDV hat sich die neue Rheininsel (Blick von der Dreirosenbrücke) so vorgestellt. Die Visoin wird aber kaum umgesetzt.

Das Architekturbüro MVRDV hat sich die neue Rheininsel (Blick von der Dreirosenbrücke) so vorgestellt. Die Visoin wird aber kaum umgesetzt.

Erstmals liegt ein konkretes Planungspapier zur Stadtentwicklung an den Hafengebieten Klybeck und Kleinhüningen vor. Die zur Verfügung gestellten Hochhaus-Visualisierungen liessen den Eindruck aufkommen, die Ideen wären ziemlich konkret.

Seit der Kanton und die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) im Sommer 2010 ihre Visionen für die Hafengebiete im Klybeck und in Kleinhüningen vorgestellt hatten, wird in der Stadt kontrovers über eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte der letzten Jahrzehnte diskutiert.

Von 3000 neuen Einwohnern und ebenso viel neuen Arbeitsplätzen war die Rede. Befeuert wurde die Debatte durch Visualisierungen, die eine Kette von Hochhäusern auf einer neuen Rheininsel zeigen. Der Begriff «Rheinhattan war geboren.

Planungsgrundlagen bis Ende 2014

Gestern nun legten dieselben Protagonisten – die beiden Regierungsräte Hans-Peter Wessels und Christoph Brutschin (beide SP) sowie SRH-Direktor Hans-Peter Hadorn – erstmals ein konkretes Planungspapier zur Entwicklung des Hafens und des möglichen neuen Stadtquartiers vor.

Mit einem Ausgabenbericht beantragt die Regierung beim Grossen Rat 1,38 Millionen Franken. Mit diesem Geld sollen bis Ende 2014 die weiteren Planungsgrundlagen erarbeitet werden. «Wir stehen also ganz am Anfang eines Prozesses, der Jahrzehnte dauern wird», stellt Baudirektor Wessels klar.

So wird der Westquai bis 2029 für die Hafenwirtschaft zur Verfügung stehen. Zwar sprachen die Vertreter des Kantons stets von einem langfristigen Planungshorizont. Der Optimismus im Ton sowie die bereitwillig zur Verfügung gestellten Hochhaus-Visualisierungen liessen allerdings den Eindruck aufkommen, die Ideen wären ziemlich konkret.

Ohne Hafenausbau geht nichts

Gestern äusserten sich Wessels und Brutschin vorsichtig zu den Perspektiven: Treiber der Entwicklung seien Änderungen in der Hafenlogistik und die damit verbundene Notwendigkeit eines Ausbaus des Hafens, sagte Brutschin.

Im Umkehrschluss heisst dies: Ohne Hafenausbau sind die Möglichkeiten zur Entwicklung der industriell geprägten Quartiere im Norden Basels nur eingeschränkt möglich. So sei ohne Verlegung der Hafenbahn aus dem Klybeck die Schaffung einer Rheininsel ohnehin unmöglich, betonte Wessels.

Trotz der vielen Unsicherheiten stellte der Baudirektor das grosse Potenzial der Planung in den Vordergrund. Die Umnutzung der Areale eröffne die einmalige Chance, Flächen am Rhein für die Bevölkerung der beiden Quartiere zugänglich zu machen. Die Planungen erfolgen gemäss einer Vereinbarung von 2012 mit den Dreiland-Nachbarn Huningue (F) und Weil am Rhein (D). Interview Seite 19

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