s Mätzli
Von Schauern und Schaudern

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Keystone / bz

Es ist Fasnacht, und alle reden übers Wetter. Nun gut, auch über Negro-Rhygass, Rassismus und Mohrekopf, über Plastikmüll, die Muba und so weiter. Aber wir bleiben hier beim Wetter und bei diesem vermaledeiten Klimawandel. Nicht wenige Cliquen haben diesen zum Sujet ernannt und den Nagel auf den Kopf getroffen: Fasnacht trotz März-Termin im meteorologischen April!

Nun, so schlimm wurde es am Fasnachtsmontag nicht. Der Morgestraich blieb lange trocken. Es ist schliesslich viel besser, wenn der kalte Schauer mental über den Rücken fährt als vom Himmel herab. Und zum Cortège-Beginn schickt Petrus ein paar blaue Himmelsflecken. Er ist halt doch ein Basler.

Damit wären wir bei den positiven Eindrücken. Es kommt einem Wunder gleich: Endlich scheinen auch die internationalen Ladenketten begriffen zu haben, dass Basel manchmal anders tickt. Auf dem ersten Umgang von der Schifflände über den Marktplatz, die Freie Strasse und die Streitgasse hinunter zum Barfüsserplatz und in die Falknerstrasse sorgen einzig die Laternen für Licht. Und die vielen Smartphones (den Blitz kann man ausschalten!).

Und als unrühmliche Ausnahme: der Coop-Food-Shop am Barfüsserplatz. Vielleicht werden die internationalen Grossketten in ein paar Monaten sogar doch noch einen Obolus an die Weihnachtsbeleuchtung entrichten?

Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zur Fasnacht. Bei der traditionellen Spätmorgestraich-Stuubede werden wir von einem Zivilisten angegangen. Es ist Raymond Halbwachs aus Strassburg, 67 Jahre alt und zum ersten Mal an der Fasnacht. Der Mann ist durch und durch euphorisiert und will das loswerden. Es sei etwas vom Schönsten, Magischsten, Wunderbarsten, was er in seinem Leben je erlebt habe. Er werde jetzt jedes Jahr zur Fasnacht anreisen. «Ihr könnt stolz sein auf eure Fasnacht, schreiben Sie das ruhig in Ihrer Zeitung.» Was hiermit nun getan sei.