Die Runzle der BMG nehmen den türkischen Staatspräsidenten Recep Erdogan ins Visier mit ihrem Sujet «Dr Erdowaan»:

Ganz langsaam drille si dr Schalter schneustraggs Richtig Mittelalter

Bald scho fehn si s ney Osmane

Wältrych mitenand a plane

Z erscht schnappt me sich dr Öcalan

Denn kämpft me geege Kurdistan

Journalischte losst me jaage

Fraue mien e Kopftuech trage

Schribt ain iber si Gedicht

Seggle si empeert zem Gricht

Auch der Barbara Club schiesst Richtung Bosporus, trotz des Sujets «Dr Schuss isch duss, dr Brit macht Schluss»:

But then they wänn es isch dr Waan

Verhandle mit däm Erdogan

Wo also wants to be derbyy

And au no Euro-Member syy.

But that Man benimmt sich glyych

Like domools dää us Eesterrych.

And s Volk wird mit däm Fiehrer warm

And stregge glyy dr räächti Arm.

Der Dupf Club Stamm mischt in seinem Sujet munter Machos, Politpolterer und den Gotthard gespickt mit etwas Penisneid: «Gott, bisch du haard! Mir hänn die lengscht Reere» und meint zu Erdogan:

Gwissi maine, ych syyg nit soo guet bestiggt.

Doorum han yych jo au nur Gaisse begliggt.

Jo yych bi mänggmool e schyssige Kauz

In dr Gschicht nit dr erschti Maa mit Schnauz

Auch den Junteressli ist die blonde Föhntolle lieber, als der graue Schnauz und sie reimen zum Sujet «Heb kai Angscht, Du Trottel»:

E Gloon wo eim dr Schloof ka raube

Mit blond verstrubbleter Perügge

Dä sammlet d Ängscht wo ummeluure,

Zum se mit böse Find bestügge:

So sin si ryf für d Bolitigg.

Si Löösig: Gfängnis, langi Muure

S wird liege wider schygg.

Die Märtplatz Clique wagt sich gleich direkt an ein ganz heikles Thema und reimt über Selbstmordattentäter:

Skrupel hän die, wie me waiss, jo kaini,

sondern mache ain uff Kopf-ab-Heini.

Ständig sprängt sich aine- Rädabäng!

im Paradies ischs glaubi langsam äng.

Und die Stainlemer wähnen den Terrorismus schon an der Fasnacht angekommen:

Als Waggis tarnt e Bömbli zünde

Sprängstoff unters Goschdyym binde

E Gweer versteggt in dr Posuune?

Das verdiebt die gueti Luune.

Ob soviel politischen Säbelrasselns in der Welt geben sich die Lälli postapokalyptisch mit ihrem Sujet, «Mensch, was machsch»:

E kalti Nacht mit Minusgrad,

S Schlachtfäld wird zem Lyychebad

E Trümmerhuffe us vyyl Stai

Nüt isch me do vo sim Dehai

Auch wenn die dunkeln Gedanken und die Ängste prominent an der Fasnacht vertreten sind, auch andere Themen haben es den Cliquen angetan. Und eines davon ist der grüne Strich, der im Keinbasel markiert, wo der Strich, also der Rotlichtbezirk, anfängt und aufhört. Da meinen die Alte haimeligi Verschnuufer:

Aber uns goot anders gegen e Strich:

So wenn vor de Waale- jä, dasch under em Strich-

die ainte mit Selfies, die andere pär Schwumm

uff sich uffmerggsam mache, dasch numme no dumm.

Die Basler Dyybli stellen den Strich am Strich in eine Reihe mit anderen Zonen Basels:

Denn d’Stadt hett anderi Visione

blaant näbscht däm Härzstygg- fyr Millioone

luxuriöösi Velo-Zoone

und d’ SP- Furzidee als Kroone

vonere City-Hunde-Wohlfyyhl-Zoone!

Sy moole grieni Piktogramm

druff steen grieni Wybli stramm

in Minirögg vor Kelti klamm

dr Baschi macht druss mit Gschtellaasch

e Grieni-Strichli-Vernissaasch

Während die Rhygwäggi Alti Garde einen kreativen Vorschlaag in Richtung Washington absetzen:

Dr Trump plant in Amerika

e Muure, wo denn allem aa

d Mexikaner sott verdränge-

e griene Strich wurd villicht länge.

Den Strich besingen, das wollen die Rhyschnooge, und zwar auf die Melodie des Soldatenliedes «Lili Marleen»:

Nit wyt vo dr Kasäärne

in dr Ogsegass

Steen si als im Schäärme

So wärde si nit nass;

Vo ib’rall här, doo sin si koo

Uff Basel, waisch, jetzt steen si doo

:/: Am griene Basler Strich:/:

Und wenn wir schon beim Verkehr in Basel sind, natürlich darf auch das Daueraufregerthema der Autofreunde nicht fehlen, die Velo-Rowdies. Die Basler Bebbi Basel haben einen Punktekatalog für jene erstellt, die bei ihrer Velogang «Hells Bells Basel» mitmachen wollen. Da gibt es beispielsweise

Fahre bi Rot: 2 Pünkt

Fahre im Fahrverbott pro Viertelstund: 2 Pünkt

D Ackermaa links überhoole: 7 Pünkt

Ein Zeedel auf dem sich nichts reimt, nur weniges dichtet, aber der irgendwie trotzdem originell ist. Auch in der Baseldytsch-Orthographie, mit der aber so einige Zeedelschreiber ihre liebe Mühe bekunden. Da wird fröhlich der «Suter», das Mass aller Dinge, mit dem neuen Wörterbuch der CMS gemischt oder aber man «improvisiert» gleich ganz grammatikfrei und wörterbuchlos.

Dieses Problem haben die Agfrässene nicht, doch viele andere. Ihr Sujet «Geegewindmihle» widmet sich den Windmühlen gegen die wir kämpfen und den Ärgernissen des (Fasnachts-) Alltags:

S git nyt me wo mi Fraid doo driebt.

I haa die Märschli beschtens giebt.

Doch denne schränze ohni Lugge

nääbedraa vier grossi Gugge.

Und i ghei grad - s isch vertraggt -

laider sofort usem Thaggt,

gheer numme Lärm - ganz kakophoone -

und dängg «wär duet die Gugge kloone?»

Wenn daas so wyters goht, s isch wohr,

wäggslen i in Kirchekoor.