Zoo Basel

Von supersüss bis richtig bedroht: Das sind die neuen Attraktionen im Basler Zolli

Seit einem Monat ist der Zolli wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Aktuell gibt es zwei besondere Attraktionen für alle Tierliebhabende: Im Vivarium lebt neu der seltenste Fisch der Schweiz und bei den Totenkopfäffchen gabs Nachwuchs.

Beim Betreten des Vivariums weht einem ein leichter Geruch von Desinfektionsmittel entgegen. Der Kurator Fabian Schmidt, der die Medienschaffenden zu den Fischen führt, trägt eine Maske. Die beiden Aquarien fünf und sieben haben seit dem Lockdown neue Bewohner.

Einer dieser neuen Bewohner ist der Roi du Doubs oder Rohne-Streber, wie der Fisch auch genannt wird. Das Spezielle an dem bis zu 20 Zentimeter langen Fisch: Er ist der seltenste Fisch der Schweiz. Auf der Roten Liste gilt er als «von der Ausrottung bedroht».

Nur noch 17 Prozent des ursprünglichen Verbreitungsgebiets

Feinde des Fisches sind künstliche Schwellen und Stauwehre sowie schwankende Wasserstände und Wasserverschmutzung durch Zuflüsse der Kraftwerke. Drei Populationen leben noch in Frankreich, in der Schweiz existiert lediglich noch eine. Somit lebt der Roi du Doubs auf einer Fläche von gerade mal 10 Quadratkilometern. Das entspricht 17 Prozent seines ursprünglichen Lebensraums.

Im zweiten neu bewohnten Aquarium ist die Äsche zu sehen. Auch sie gehört zu den stark bedrohten Fischarten. Eine Wassertemperatur über 27 Grad ist tödlich für sie. Die zunehmende Klimaerwärmung stellt für die Äsche somit ein Problem dar.

Auch wenn sich die Medienschaffenden ziemlich am Anfang des Vivariums befinden, führt der Gang nach draussen durch das restliche Vivarium. Schliesslich herrscht in den Tierhäusern des Tierparks wegen der Coronapandemie ein Einbahnsystem.

Klein aber Oho!

Im Gehege vor dem Affenhaus befinden sich die Totenkopfäffchen. Bei genauem Hinschauen bemerkt man, dass sich auf den Rücken der erwachsenen Tiere Junge festklammern. Seit zwei Jahren verzeichnet der Zolli zum ersten Mal wieder Nachwuchs bei den Saimiris, wie die Totenkopfäffchen auch genannt werden.

Insgesamt gibt es acht Jungtiere zu entdecken. Alle von ihnen haben denselben Vater. Doch dieser lebt bereits nicht mehr mit der Weibchen-Gruppe zusammen. Denn in der Beziehung der Totenkopfäffchen haben die Weibchen die Hosen an.

Die Weibchen dulden Männchen nur von November bis Januar – in der Balzzeit. Sobald diese um ist, wird das Männchen von der Gruppe wieder verjagt. Der Zoo muss dann einschreiten und das männliche Tier in ein anderes Gehege bringen. Sonst würde er nicht überleben.

Schutzkonzepte bewähren sich

Schaut man sich die Besuchende des Zolli an, werden die Coronaregeln weitgehend eingehalten. Die Leute verteilen sich – es gibt keine Massenansammlungen bei den Gehegen. Masken oder andere Arten von Gesichtsschützen sieht man lediglich bei dem Restaurantpersonal. Besucherinnen und Besucher, die eine Maske tragen, kann man an einer Hand abzählen.

An den Wochenenden kommt es bei den Tierhäusern teilweise zu Wartezeiten.

Eingang zum Affenhaus

An den Wochenenden kommt es bei den Tierhäusern teilweise zu Wartezeiten.

Das Corona-Schutzkonzept im Zolli funktioniert gut, bestätigt Fabia Wyss, die Zootierärztin. Engpässe gäbe es nur manchmal bei den Tierhäusern, sagt sie. Gemäss Konzept darf sich nur eine gewisse Anzahl Personen zur gleichen Zeit in einem Haus befinden. An den Wochenenden kommt es dadurch teilweise zu Warteschlangen.

Besucherzählungen unter der Woche entfallen

Insgesamt dürfen sich 4000 Besucherinnen und Besucher aufs Mal im Zolli aufhalten. Da diese Zahl bisher seit der Wiedereröffnung nicht einmal erreicht wurde, verzichtet man unter der Woche auf die Zählung der Besuchenden.

Auch ein Spielplatz, der anfangs noch geschlossen war, ist mittlerweile wieder «teilweise geöffnet». «Wir müssen schauen wie es sich entwickelt», sagt Wyss. Unter der Woche können die Kinder den Spielplatz wieder benutzen.

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