Frei nach James Bond: Es gibt Schulprojektwochen und Schulprojektwochen. Diese ist Letzteres. Ab heute werden Schülerinnen und Schüler von zwei 8. Frenkendörfer Sekundarschulklassen eine 180 Leistungskilometer lange Wanderung über den Gotthard starten. Ein Lehrer-Team, in der Hauptverantwortung bestehend aus Michael Röthlin, Judith Burkhart, Nadine Stähli und Hanspeter Stucki, hat knapp zwei Jahre mit den Vorbereitungen verbracht; die letzten Tage vor dem Start in Nachtschichten. Eine dritte Sek-Klasse mit den Lehrern Christoph Gloor und Roger von Wartburg wird während der elf Tagesetappen das Projekt medial begleiten. Angedacht sind ein Internet-Radio sowie laufend Etappen-Berichte auf der bz-Website (siehe Box). Alle Beiträge werden von einem Schülerinnen-Reporterteam verfasst.

Wie ambitioniert das Ganze aufgezogen worden ist, lässt sich unter anderem daran ermessen, dass alt Bundesrat Adolf Ogi das Patronat übernommen hat. SRF-Moderator Nik Hartmann und Satiriker Andreas Thiel werden auf der ersten Etappe mitwandern und für den Promi-Faktor sorgen. Mit einem eigens gedruckten Faltblatt sind die Klassen auf Sponsorensuche gegangen.

Denn darauf haben die Verantwortlichen besonders Wert gelegt: Jenen Anteil an den Gesamtkosten im fünfstelligen Bereich, der den üblichen Lagerbeitrag von Kanton, Schule und Eltern übersteigt, haben Lehrer- und Schülerschaft selber beschafft. Nicht nur das: Auch werden Spenden pro gelaufenen Kilometer gesammelt. Der Erlös fliesst in die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe. Von den rund 50 mitwandernden Schülerinnen und Schülern sitzen selbst zwei im Rollstuhl. «Im Bewusstsein, dass für einige der zu überwindende Berg noch viel grösser ist, möchten wir uns pro gelaufenen Kilometer sponsern lassen», heisst es im Flyer.

Doch ist dies nur der eine Aspekt von «Auf dem Weg. Über den Berg», wie die Projektwoche offiziell getauft worden ist. Der andere bezieht sich auf die unmittelbare Zukunft der teilnehmenden, bald vor dem Abschlusszeugnis stehenden Niveau-A-Schülerinnen und -Schüler: «Die Berufswahl kann für einen jungen Menschen ein grosser Berg sein», heisst es seitens der Verantwortlichen: «Mit diesem Projekt wollen wir zeigen, dass wir – mit entsprechendem Training – gemeinsam das Ziel erreichen.»

Körperliche Fitness aufgebaut

Training war fürwahr nötig, damit die junge Teilnehmerschar die elf Tagesetappen von Wassen nach Locarno durchstehen kann. Körperlich wie geistig. Für die körperliche Fitness sorgten unter anderem eine freiwillige Laufgruppe in der unterrichtsfreien Zeit sowie ein vor den Schulzimmern aufgestelltes Velo-Rollengerät. Die mentale Stärke wurde regelmässig im Schulunterricht thematisiert. Das Lehrer-Team seinerseits ist zur Vorbereitung in den Sommerferien 2018 alle Etappen abgelaufen und hat darüber ein Buch verfasst.

«Wir wollen erreichen, dass die Teilnehmenden anschliessend mit Stolz auf ihr Durchhaltevermögen zurückblicken können und so ein positives Selbstbild entwickeln», fassen die Verantwortlichen die tieferliegende Absicht zusammen. Zumindest wegen mangelnder Vorbereitung wird das Vorhaben gewiss nicht scheitern.