Nein, der Regen ist auch für den Bänkler alles andere als ideal. Auf dem Weg von Lokal zu Lokal; Regenschutz anziehen, dann abziehen; alles ist nass und «niechtelet», es tropft, die Helgen brauchen einen Wasserschutz. Dies von Auftritt zu Auftritt und das je nach Ziel mindestens zwölfmal pro Abend.

Spitzbueb

Spitzbueb

Für mich Hummele beginnt der Abend im Fauteuil, die Gäste fliehen vor den Regentropfen vom Durchgang ganz schnell in den Eingang. Caroline und Claude Rasser zeigen den Leuten die Plätze. Im Publikum steigt die fröhliche Spannung ... die Vorhänge schliessen an der Seite und der Vorhang der Bühne geht auf ...

Doggter FMH

Doggter FMH

Es ist die typische, prickelnde, heimelige Kleintheater-Atmosphäre. Sessel an Sessel. Nicht essen – nicht trinken, Augen und Ohren sind gezielt auf die Bühne gerichtet – und dann heisst es nur noch: geniessen. Franz Baur stimmt die Gäste in souveräner Versform auf die ersten Bänke und den Abend ein. Und der erste Bank ist auch gleich ein Kracher und Publikumsliebling:

Y bi der Dr.FMH und das isch d’Schwester Gundula

sy kunnt us Therwil, das liggt im Baselland

und sy git mer jede Morge d’Hand

Dreydaagsfliege

Dreydaagsfliege

Der Abend ist lanciert. Der erste Vers sitzt bereits und in gewohnter FMH-Manier. Der folgende Bank, die Käller Assle kann die Stimmung mitnehmen und auch die Stächpalme, besticht im wahrsten Sinne seines Namens mit ihrem Egliseevärs:

My Frau schwimmt gärn im Eglisee

doch hüt macht ere s Baade weh.

Die mit blutte Schwabbelbrischt, si chas nit
verstoh, loht me und die schön Verhüllte wärde uusegnoo.

Dem Publikum gefällts und auch der Helge ist eine frivole Augenweide.

Schwoobekäfer

Schwoobekäfer

Die Hummele brummt ins Hotel Basel, in den Basler Keller. Eine andere Schnitzelbank-Welt, weiss gedeckte Tische, viele Gäste kennen sich, weil sie seit Jahren ihren Platz haben – und ihr vis-à-vis eben auch. Die Spannung ist ohne Zweifel weniger gross als im Kleintheater. Und die Unerheerte legen gleich los:

Sii mer sait dr Putin haig ganz unschiniert

Dr US Waalkampf fir dr Trump manipuliert

Bim knappe Waalusgang do z Baasel simmer froo

Dass dr Putin nid uff d Heidi Mück duet sto

Was für ein überraschender welt- und lokalpolitischer Vergleich.

Singvogel

Singvogel

Der Unterschied zum Fauteuil? Die Bänkler sind näher beim Publikum und zwischendurch zischen die stillen Zuhörer den schwatzenden ein genervtes «Pscht!» um die Ohren. In diesem Lokal ist eben in dosierter Form beides vorhanden, schwatzen und zuhören – und doch beisst es sich zuweilen. Ist ein Bank nicht so erfolgreich, steigt naturgemäss der Geräuschpegel der Gäste und sie essen und stossen an ... Das wiederum bringt dann die singenden Bänkler ein wenig durcheinander.

Schunggebegräbnis

Schunggebegräbnis

Die Hummel schlendert durch den Fasnachtspflotsch zum Barfüsserplatz. Es ist nun mal so, der Regen fordert seinen Preis, wenig Leute in den Gassen und alle die Köpfe unter den Schirmen, Mützen, Hüten und die Kostüme in Plastik gehüllt ... aber das Fasnachtsherz kennt keinen Schmerz, es schlägt unbeirrbar weiter ... das nächste Ziel ist das «Kohlmanns».

Fäärimaa

Fäärimaa

Ein ganz anderes Ambiente; Cabaret-Atmosphäre. Wie im Palazzo Colombino; die Telebasel-Crew um Dominique Prêtot ist auf Zack. Kameras, Mikrofone, alles genau durchgetaktet. Jeder Bank wird hineingeführt. Die begeisterten Gäste kommen auf ihre Kosten und Dani von Wattenwyl im roten Waggiskutteli kündigt die Bänke humorvoll an. Dr Heiri begeistert vor allem mit dem Schwingfestbryys:

E alte Basler sait zu mir: Die Wahl in Regierigsroot

dasch e Uswahl zwüsche Schutt und Gröll, dasch Eländ geege Noot.

Heiri, y schänk dr die Heidi Mück und die Blueme, sait är lyys

Denn hän dr für eure Schwingerfescht e schööne zwaite Bryys

Heiri

Heiri

Die Gasladärne dürfen nach ihrem Auftritt Ovationen zu ihrem 40-jährigen Bestehen entgegennehmen. Es ist nach 23.00 Uhr, der erste Fasnachts-Regen-Tag klingt aus.