Basler Fasnacht

Vor Cortège: Kantonspolizei verbannte Tierschützer ans andere Stadtende – das lassen sie sich nicht bieten

Die Massnahmen des Fasnachts-Comités zum Schutz von Pferden reichen den Tierschützern nicht. Vor dem heutigen Cortège protestieren sie erneut – und wollen sich auch von der Kantonsregierung nicht aufhalten lassen.

Der Tierschutzverein «Hilfe für Tiere in Not» will am Cortège vom Mittwochnachmittag erneut gegen den Einsatz von Pferden an der Fasnacht protestieren. Mit ihrer Kampagne «für eine Basler Fasnacht ohne Tiere» konnten die Tierschützer einen Erfolg verbuchen. Der Kantonstierarzt und der Obmann des Fasnachts-Comités haben auf die Kritik reagiert und Massnahmen festgelegt.

Kutscher müssen neu dem Fasnachts-Comité die eingesetzten Pferde melden und sie müssen eine Entsprechende Ausbildung und Fahrlizenz nachweisen können. So soll garantiert werden, dass sie die Tiere möglichst stressfrei durch die Menschenmenge führen können.

Doch diese Massnahmen betrachten die Tierschützer nur als Etappenerfolg. Vor dem Cortège, über Mittag, wollen sie den Druck erhöhen, ihr Ziel: Kutschen und Vorreiter müssen an der Basler Fasnacht verboten werden.

Heilige Kuh von Basel

Die heilige Kuh von Basel – die Fasnacht – müsse endlich ohne Pferde auskommen. Deshalb stehen die Tierschutz-Aktivisten mit Plakaten in der Elisabethenanlage und machen die Besucher, die sich vom Bahnhof SBB auf den Weg in die Innenstadt an die Fasnacht machen, «auf das Leiden der eingesetzten Tiere» aufmerksam.

Eigentlich wollten die Aktivisten ihr Anliegen ans Kutschentreffen vom Abend beim «Drei König» tragen. Das sei ihnen von Regierungsrat Baschi Dürr aber untersagt worden. Sie seien sogar auf die andere Stadtseite verbannt worden, weit weg vom Fasnachtsgeschehen. In der Mitteilung vom Mittwochmorgen wirft Kampagnenleiter Olivier Bieli der Regierung Schikane vor.

Offenbar wolle es sich die Basler Regierung mit den Aktiven der Basler Fasnacht nicht verscherzen.

So reagiert das Justizdepartement

Beim zuständigen Justizdepartment stellt man eine direkte Beteiligung ihres Regierungsrats Dürr in Abrede. Der Entscheid sei von der Kantonspolizei gefällt und Dürr gemeldet worden, erklärt Mediensprecher Toprak Jerguz.

Eine direkte Konfrontation von Tierschützern und Chaisen-Führern habe die Polizei für "nicht geeignet" gehalten und Gefahrenpotenzial geortet. Mit der Elisabethenanlage habe man aber eine Alternative angeboten, die dem Anliegen des Vereins Rechnung trage. Es sei ein Ort, der genug Öffentlichkeit biete, um Passanten die Botschaft nahezubringen. (jk)

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