Basel Tattoo

Vorfreude: Am Basel Tattoo geht die Sonne auf

Das Musikfestival Basel Tattoo wird ab Freitag im Innenhof der Kaserne Basel rund 120'000 Besucher empfangen. An den 15 Vorstellungen präsentieren 25 Formationen aus aller Welt Basler Fasnachtsmärsche, russische Volkslieder und klassische Marschmusik.

Derzeit ist nicht nur auf dem Messeplatz in Sachen Bauarbeiten die Hölle los. Auf dem Kasernenareal schwitzen seit Tagen zig Arbeiter beim Aufstellen der Tattoo-Tribüne. Auf dieser nehmen ab Samstag täglich Tausende Zuschauer Platz. Auch in der Tattoo-Street neben der Kaserne ist Hochbetrieb: Gabelstapler transportieren Teile der Essstände, die riesigen Grills werden installiert. Zwar ist noch einiges zu tun – die Bauarbeiter kümmern sich um den Feinschliff, wie Bauleiter Andreas Brütsch erklärt – aber auf dem Kasernenareal liegt das Tattoo 2012 in der Luft.

Japan sorgt für erstes Highlight

Bei Produzent Erik Julliard ist die Vorfreude auf die siebte Tattoo-Ausgabe kaum zu überhören, zumal das vergangene halbe Jahr wegen der Einsprache gegen das Festival schwierig gewesen sei: «Diese Angelegenheit hat meine freudigen Emotionen herausgezögert.» Umso grösser erscheint Julliards Strahlen, als er den Medien die diesjährigen Gäste aus fünf Kontinenten vorstellt. Den weitesten Weg nehmen wohl die 94 jungen Japanerinnen und Japaner der Meiden High School Band in Angriff. Sie sind eine der besten Marching Bands im Land der aufgehenden Sonne, ihre Show sei einzigartig, sagt Julliard, der die Jugendlichen bereits bei einer Probe besucht hat.

Am besten vertreten sind dieses Jahr die Russen. Neben der Elite-Garde, die seit 1976 in Russland die höchsten Staatszeremonien begleitet, besuchen das Präsidialorchester des Moskauer Kremls sowie das Zentralorchester des Verteidigungsministeriums Basel. Ersteres beherrscht symphonische Musik und ist in den berühmten russischen Opernhäusern und Ballettsälen aktiv, während Letzteres Militärmusik, aber auch osteuropäische Folklore, Pop und Jazz im Repertoire führt.

Engländer müssen an Olympiade

Auch das dänische Königshaus muss vom 13. bis 21. Juli auf die Dienste der Royal Life Guards verzichten. Die Profimusiker, von denen einige Mitglieder als Teil eines dänischen Kontingents in Afghanistan stationiert sind, werden mit ihren Bärenfellmützen und ihren blauen Tuniken einerseits Märsche, andererseits auch Fanfaren- und Trommelsalute spielen.

Zum Bedauern von Produzent Julliard werden dieses Jahr keine Bands aus England ans Rheinknie fliegen – wegen der Olympiade in London Ende Juli. Dafür ist unter den acht «Massed Pipes and Drums», die beim Publikum für Gänsehaut sorgen werden, neben Neuseeland, den USA und Südafrika auch eine schottische Gruppe. Neben Dudelsack- und Marschmusik darf der traditionelle Highland Dance nicht fehlen: Flink, elegant und mit höchster Präzision tanzen die jungen Frauen der Ailsa Craig Highland Dancers aus dem schottischen Ayr.

Basel Tourismus schätzt Rücksicht

Neben Julliard und den Tattoo-Fans ist auch Daniel Egloff von Basel Tourismus froh, dass das Tattoo trotz Rekurs durchgeführt wird: «Ich bedaure, dass die Diskussion in der Öffentlichkeit geführt wurde.» Dies habe zu Verunsicherung geführt. «Andererseits wird das Tattoo so auf das Vergrösserungs-Thema sensibilisiert und weiss, dass es weiterhin Rücksicht auf die Anwohner nehmen muss.»

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