Auf unserer Facebook-Seite wurde hitzig diskutiert. Der Grund: Nachdem es in der Basler Grünpfahlgasse an der letztjährigen Fasnacht zu Ausschreitungen und Schlägereien zwischen Partygängern und Fasnächtlern gekommen war, erhöhte die Polizei dieses Jahr ihre Präsenz. Laut Sprecher Toprak Yerguz gab es zwar «keine Schlägereien», dennoch verzichteten die meisten Vereine und Gruppen auch an der diesjährigen Fasnacht darauf, das sogenannte Gläbbergässli zu durchschreiten

Das sogenannte Gläbbergässli sorgte bei den Baslerinnen und Baslern für reichhaltigen Diskussionsstoff. 

Angeregte Diskussion auf Facbeook

Facebook Nutzerin Brig Muster bringt die Meinung vieler auf den Punkt: «Wo sind wir denn, wenn wir No-Go-Areas tolerieren?» Angela Rosalia Greco teilt diese Einschätzung. Fasnächtler sollen in der ganzen Innenstadt gässlen dürfen. «Drei Tage lang können das die Party-Leute doch so hinnehmen oder?» Auch Userin Tanja Cereghetti meint: «Wir haben nur drei Tage im Jahr, sie können das immer haben.» 

Alice Schwobs Kommentar ist sogar noch etwas schärfer: «Die sollen auf eine Insel gehen, da können sie das ganze Jahr über Tag und Nacht Party machen.»

Andere Nutzer wie Michael Schäufele wollen sich die «Fasnachts-Laune» nicht verderben lassen: «So weit kommt es noch, dass wir wegen ein paar Halbschlauen nicht mehr dort durch gehen.» Mit dem richtigen Vortrab sei das kein Problem. 

Jeaninne Sidler jedoch sieht nicht den Vortrab in der Verantwortung. «Ich mache in einem grossen Stammverein Vortrab und wir hatten in den letzten beiden Jahren jedes Mal fast eine Schlägerei dort, auch als wir mit den Jungen durchgegangen sind.» Aus diesem Grund hätten sie dieses Jahr die Grünpfahlgasse gemieden und eine super Fasnacht gehabt ohne irgendwelche Probleme.

Sind Aktive nicht besser?

Marcel Kiefer kritisiert sogar die Aktiven selbst: «Als aktiver Fasnächtler in einem Tamboure-Schyssdräggziigli muss ich leider sagen, dass Stammvereine vor dem «Gifthüttli» und «Schnabel» gar nicht besser sind. Sie stehen auf der Strasse oder Gasse, scheren sich nicht um den geeigneten Abstand und machen keinen Platz.» Ein Durchkommen sei nur mit Rempelei möglich. «Wär e Drummle ans Schienbei beko het, es duet mir nit leid.»

Auch Rolli Eggli sieht das Problem nicht nur beim jungen Party-Volk, sondern auch bei den Aktiven selbst: «Die Rücksichtslosigkeit und die ‹jetzt steh ich hier›-Provokation von gewissen ‹Aktiven› ist leider nicht viel besser».

Der Drummeli Medienverantwortliche und Fasnächtler Thierry Moosbrugger reagiert direkt auf diese Aussage. Der eine Missstand würde durch den anderen Missstand nicht besser. «Die Grünpfahlgasse soll für alle begehbar sein, nicht nur für die grossen Cliquen.»

Doch nicht alle fühlen sich von den feiernden Nicht-Fasnächtlern oder Fasnächtlern gestört. Keine Probleme sieht beispielsweise Martin Fäh-Christen. Er sei mit der Alte Garde einmal dort durchgegangen. «Eng wars, aber sonst gab es keine Probleme.»

Auch Max Schmid relativiert in seinem Kommentar: «Überall wo die Masse überhand nimmt ist es halt nicht mehr so gemütlich.» Er sei selber durch die Gasse als Vortrab gezogen und sei auch leicht angerempelt worden. Das sei ihm aber auch an anderen Orten passiert. «Trotzdem, es war wunderbar an den drei Tagen.»