Vorkindergarten
Ausländische Kinder sollen in Basel mehr Deutschförderung erhalten

Das Erziehungsdepartement will die Deutschförderung fremdsprachiger Kinder im Jahr vor dem Kindergarteneintritt von zwei auf drei Halbtage ausbauen. Die Regierung reagiert damit auf eine Motion, die ihr der Grosse Rat bereits 2019 überwiesen hatte.

Maria-Elisa Schrade
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Die Deutschkenntnisse fremdsprachiger Kinder können durch frühe Deutschförderung im Vorkindergarten signifikant verbessert werden.

Die Deutschkenntnisse fremdsprachiger Kinder können durch frühe Deutschförderung im Vorkindergarten signifikant verbessert werden.

Bild: Hanspeter Bärtschi

Seit 2013 müssen fremdsprachige Kinder in Basel-Stadt, die nur über wenige oder keine Deutschkenntnisse verfügen, im Jahr vor dem Kindergarteneintritt zwei Halbtage pro Woche eine Spielgruppe, Kindertagesstelle oder Tagesfamilie mit Deutschförderung besuchen. Auf diesem Weg sollen Integrationshindernisse der Kinder beseitigt und ihre Bildungschancen erhöht werden.

Basel-Stadt ist Vorreiter in der frühen Deutschförderung, welche er bereits 2008 als erster Kanton in der Schweiz einführte. Nun legt die Regierung nach und will zum Schuljahr 2024/2025 die obligatorische Deutschförderung auf drei Halbtage pro Woche erhöhen. Die Anpassung kostet den Kanton voraussichtlich eine Million Franken mehr pro Jahr.

700 Kinder in Basel sind zur frühen Deutschförderung verpflichtet

Mit der Ausweitung der obligatorischen Deutschlektionen reagiert das Erziehungsdepartement auf eine Motion der ehemaligen LDP-Grossrätin Patricia von Falkenstein und Konsorten, welche der Grosse Rat bereits 2019 an den Regierungsrat überwies. Damit diese Änderung vorgenommen werden kann, muss das Kinder- und Jugendgesetzes angepasst werden.

Die Wirksamkeit der obligatorischen Deutschförderung wurde durch die Universität Basel bereits 2014 in einer Studie evaluiert und bestätigt. So kam diese zum Schluss, dass die Deutschkenntnisse der Kinder, die an den Fördergruppen teilnahmen, signifikant verbessert werden konnten. Den Rückstand gegenüber Kindern, die zu Hause Deutsch als Erstsprache lernen, konnten die fremdsprachigen Kinder in zwei Halbtagen allerdings nicht aufholen. Aktuell sind über 700 Kinder in Basel-Stadt zur frühen Deutschförderung verpflichtet.