Sprachförderung

Vorstoss: Basler Spielgruppen sollen mehr Deutsch unterrichten

LDP-Grossrätin Patricia von Falkenstein: Ihr Vorstoss findet breite Unterstützung

LDP-Grossrätin Patricia von Falkenstein: Ihr Vorstoss findet breite Unterstützung

LDP-Grossrätin Patricia von Falkenstein hat im April einen Vorstoss eingereicht. Die Forderung lautet: Kinder in Spielgruppen und Tagesheimen sollen bei Bedarf mehr Deutschlektionen erhalten. Die Regierung will nun mögliche Massnahmen prüfen lassen.

In Basel soll ein nächster Schritt zur erfolgreichen Sprachförderung erfolgen. Kinder in Spielgruppen und Tagesheimen sollen bei Bedarf mehr Deutschlektionen erhalten. So lauten die Forderungen eines Vorstosses, den LDP-Grossrätin Patricia von Falkenstein im April eingereicht hat.

Die Ständeratskandidatin konnte zahlreiche Personen von ihrem Anliegen überzeugen: Vertreter und Vertreterinnen aller Fraktionen haben den Vorstoss unterzeichnet. «Die Sprache nimmt in Bezug auf eine erfolgreiche Integration eine entscheidende Stellung ein», heisst es im Text des Vorstosses. «Entsprechend wichtig ist es für Kinder aus fremdsprachigen Familien, dass sie sich in einem deutschsprachigen Umfeld möglichst früh auf Deutsch verständigen können.»

Steht das Erfolgsmodell von 2013 vor dem Ausbau?

Nun hat die Regierung das Begehren der Unterzeichnenden beantwortet – und will mögliche Massnahmen prüfen lassen. So seien beispielsweise eine zusätzliche pädagogische Ausbildung des Spielgruppenpersonals und eine Förderung der Deutschkenntnisse der Eltern denkbar. «Es freut mich, dass die Regierung anerkennt, dass es mehr Sprachförderung braucht und ein Ausbau der Stundenzahl förderlich wäre», schreibt von Falkenstein auf Anfrage.

Basel nimmt in der gezielten Sprachförderung von Kindern schweizweit eine Pionierrolle ein: Seit 2013 müssen hier fremdsprachige Kinder eine Spielgruppe oder ein Tagesheim besuchen, falls ihre Deutschkenntnisse ungenügend sind. Das Pilotprojekt wurde von den Spielgruppenleitenden gut aufgenommen und von anderen Kantonen in Ansätzen übernommen. Nun wird das Projekt möglicherweise weiter ausgebaut.

Trotz dieser Aussichten ist von Falkenstein vom Regierungsrat enttäuscht. Schliesslich forderte sie die Prüfung, ob für das Frühförderungsprojekt Bundesgelder gesprochen werden könnten. Der Bundesrat hatte kürzlich in der Beantwortung einer Motion zugesagt, Modelle zum Spracherwerb finanziell zu unterstützen.

Wohl keine Bundesgelder fürs Basler Pilotprojekt

Die Aussicht auf Bundesgelder sei allerdings schlecht, so der Regierungsrat: Da im Kanton Basel-Stadt «weder ausschliesslich Kinder im Asylbereich von der frühen Deutschförderung erfasst werden, noch es sich um ein neues Programm handelt», sei nicht mit nationalen Fördergeldern zu rechnen, so die Antwort der Regierung.

«Die Behauptung, der Bund würde nichts an den Ausbau bezahlen, stimmt nicht», so von Falkenstein. «Es heisst ausdrücklich, dass auch Geld für die konzeptuelle Weiterentwicklung eingesetzt werden kann.» Sie werde sich überlegen, an der Überweisung als Motion festzuhalten. Der Regierungsrat möchte die Motion zum Ärger der Politikerin lediglich als weniger verpflichtenden Anzug überweisen. (mel)

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