Der Basler Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels kann aufatmen. Das vorzeitige Ende des umstrittenen Gundelitunnels ist abgewendet. Mit Stichentscheid von Ratspräsident Remo Gallacchi hat der Grosse Rat am Mittwoch eine entsprechende Motion von Wessels’ SP abgelehnt. Nun soll es vorwärtsgehen.

Der Bund nimmt den Entscheid aus Basel ebenfalls mit Erleichterung zur Kenntnis. Er hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass er ein Interesse am Gundelitunnel hat. Das 600-Millionen-Projekt ist ein vom Bundesparlament beschlossenes Teilstück im Nationalstrassennetz. Dieses möchte der Bund nach Jahrzehnten des Wartens endlich fertigstellen.

Das Bundesamt für Strassen (Astra) lässt denn auch klar durchblicken, dass das Projekt jetzt vorangetrieben werden soll: «Nun kann die Planung des Gundelitunnels weitergehen und der Kanton Basel-Stadt das Generelle Projekt ausarbeiten», erklärt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach. Auch die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro spricht davon, dass die Planung nun in einer gemeinsamen Gruppe vorangetrieben werde.

Schon bald erste Schritte

Im Grossen Rat hatte Wessels dagegen versucht, den Ball flach zu halten und betont, dass der Bau eines Umfahrungstunnels noch weit weg sei. Gleichzeitig aber kündigte er an, dass «wir Sie möglicherweise noch im Laufe dieser Legislatur sogar mit einem Antrag für einen Planungskredit beglücken».

Der Bund will nun rasch mit Basel-Stadt das weitere Vorgehen besprechen. Dabei würden sicher auch die Basler Pläne für einen Westring diskutiert. Am Samstag hatte die «Schweiz am Wochenende» bekannt gemacht, dass die beiden Basel hinter den Kulissen an einer ganz neuen Ringautobahn im Stadtgebiet arbeiten, zu welcher der Gundelitunnel nur den Auftakt bilden würde. Gerade im links-grünen Lager hatte das für Irritation gesorgt.

Zur möglichen Linienführung sei allerdings noch überhaupt nichts entschieden, sagt Pegoraro. Für Wessels aber ist das Projekt aber schon mal «sehr erfolgsversprechend».