Der Konkurs kommt letztlich überraschend. Was ist passiert?

Matthias Preiswerk: Wir waren im Zeitdruck. Bis zum 15. Juli hätten wir für die Lizenzierung den Nachweis der Finanzierung erbringen müssen. Ich war zur Deckung des Defizits nicht mehr bereit. Nach dem Scheitern der Verhandlungen um einen Kauf des Stadions sehe ich keine Möglichkeit mehr, die wirtschaftliche Situation zu verbessern.

Wäre der Kauf der Halle die Lösung gewesen?

Ja, das wäre eine Chance gewesen. Wir hatten so unvorteilhafte Bedingungen, dass wir den Vertrag mit dem Stadionbetreiber schon vor drei Jahren gekündigt haben. Mit einer intensiven Bewirtschaftung des Stadions wäre es wahrscheinlich möglich gewesen, den Eishockeybetrieb zu finanzieren.

Wie hoch war das Defizit?

Im siebenstelligen Bereich.

Sie waren schon in der letzten NLA-Saison dabei. Haben Sie seither Jahr für Jahr persönlich dieses Defizit ausgeglichen?

Ja, so ungefähr.

Dann mussten Sie am Ende ganz persönlich den Entscheid fällen, die Sharks in den Konkurs zu schicken.

Ja, und diese Situation belastet mich stark und der Entscheid ist mir sehr schwer gefallen.

Es überrascht, dass es in einer der reichsten Städte der Welt nicht möglich ist, für einen so populären Sport eine Million aufzubringen.

Kürzlich hat mir einer der Werbeverantwortlichen einer grossen Basler Firma gesagt: Sie haben ein Loser-Image, es gibt keine positiven Schlagzeilen, ich kann ein Engagement auch gegenüber unseren Aktionären nicht verantworten. Aber so ist die Haltung gegenüber dem Eishockey. Der FC Basel und Tennis dominieren alles und die anderen Sportarten gehen, wenn ich mich mal so ausdrücken darf, vor die Hunde.

Ist es denn nicht möglich, in Basel eine «Männerrunde» zusammenzubringen, die pro Saison eine Million ins Hockey investiert? So in der Art, wie das in Zürich eine Männerrunde um Walter Frey macht?

Nein, das war nicht möglich. Ich bin in Basel nicht so gut vernetzt, um diese Kontakte zu knüpfen.

Im Vergleich zu anderen Präsidenten von Nationalliga-Klubs sind Sie in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt. Hätten Sie möglicherweise stärker als «Verkäufer» des Basler Hockeys auftreten müssen?

Das kann sein. Aber diese Rolle in der Öffentlichkeit zu spielen, liegt mir nicht.

Sie haben die erdrückende Dominanz von Fussball und Tennis schon erwähnt. Aber gibt es nicht noch andere Gründe für das Scheitern des Eishockey-Experimentes Basel?

Die letzte NLA-Präsenz ist ohne Nachhaltigkeit geblieben. Seit dem Abstieg hatten wir als Verlierer ein unlösbares Imageproblem in der Stadt. Es ist uns auch nie gelungen, alle Kräfte in der Nordwestschweiz in einem Hockeyklub zu bündeln. Weil jeder Klub seine eigene Tradition und Geschichte hat. Im Nachwuchsbereich ist diese Zusammenarbeit zuletzt möglich geworden, und ausser Zunzgen-Sissach haben alle mitgemacht. Ich hoffe sehr, dass es wenigstens gelingt, die Nachwuchsabteilung der Sharks am Leben zu erhalten.

Werden Sie sich da engagieren?

Nein, ich engagiere mich nicht mehr weiter im Eishockey.

«Das ist ein Schock. Ich glaube, dass es der EHC schon vor geraumer Zeit verpasst hat, Identifikationsfiguren ins Boot zu holen. Es fehlt der Karli Odermatt des EHC Basel.»

Kevin Schläpfer, Trainer des EHC Biel:

«Das ist ein Schock. Ich glaube, dass es der EHC schon vor geraumer Zeit verpasst hat, Identifikationsfiguren ins Boot zu holen. Es fehlt der Karli Odermatt des EHC Basel.»

«Dieser Konkurs ist für mich keine Überraschung. Basel ist eine Fussballstadt. Die Leute haben nur Geld für den FC Basel.»

Kent Ruhnke, Ex-Trainer:

«Dieser Konkurs ist für mich keine Überraschung. Basel ist eine Fussballstadt. Die Leute haben nur Geld für den FC Basel.»

«Ich finde keine Worte! Ich habe es am Morgen in Italien in den Ferien erfahren.»

Dino Stecher, letzter Sharks-Trainer:

«Ich finde keine Worte! Ich habe es am Morgen in Italien in den Ferien erfahren.»

«Ich bin schockiert, fassungslos, traurig. Es ist ein Armutszeugnis, dass es eine Stadt wie Basel mit ihrer Industrie nicht schafft, Spitzenhockey zu ermöglichen.»

René Nebel, EHC-Legende:

«Ich bin schockiert, fassungslos, traurig. Es ist ein Armutszeugnis, dass es eine Stadt wie Basel mit ihrer Industrie nicht schafft, Spitzenhockey zu ermöglichen.»