Die Staatsanwaltschaft kläre nun ab, wer konkret für die Ausführung der Sicherungs-Arbeiten verantwortlich gewesen sei und ob die betreffende Unternehmung sich damit strafbar gemacht habe.

Auch Personal im Visier

Ebenfalls weiter untersucht werde, ob das Gefängnis-Personal vorschriftsmässig gehandelt habe. Ein Nachbar hatte vor dem Ausbruch Klopfgeräusche gemeldet. Ein Augenschein durch die Gefängnis-Aufseher sei ohne Befund verlaufen. Nun wolle die Staatsanwaltschaft untersuchen, «ob in der Folge weitere Abklärungen vorgenommen und Massnahmen ergriffen wurden.»

Der Nachbar hatte seine Beobachtungen der Polizei gemeldet, die darauf die Gefängnisleitung avisierte. Die Überprüfung durch die Beamten fand am 15. August statt, also vier Tage vor dem eigentlichen Ausbruch.

Spektakuläre Flucht

Beim Ausbruch am 19. August waren drei Osteuropäer entkommen. Ihnen werden gemäss der Polizei Raub- und Drogendelikte zur Last gelegt. Einer von ihnen hat sich inzwischen der Polizei gestellt und sitzt wieder hinter Gittern. Die anderen beiden sind weiter auf der Flucht.

Die Häftlinge hatten sich in der Waschküche des Gefängnisses durch die Wand gegraben und waren durch einen Schacht ins Nachbargebäude gelangt.

Nach einem ähnlichen Ausbruch im Jahr 2005 waren für 3,8 Millionen Franken die Wände im Waaghof gesichert worden. In den Zellen mit Stahlplatten, in den Gemeinschaftsräumen, wie der Waschküche, mit Alarm-Folien. Bei diesen Arbeiten wurde, gemäss den nun vorliegenden Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft, offensichtlich gepfuscht.