Eigentlich wollte SP-Grossrätin Tanja Soland am Montagmorgen vor allem ihre Ziele und Positionen darlegen, damit sie am 20. Oktober zur Nachfolgerin von Eva Herzog in die Basler Regierung gewählt wird. Sie wolle an Herzogs «solide» Finanzpolitik anknüpfen, sich für mehr bezahlbaren Wohnraum einsetzen und für einen fortschrittlichen und transparenten Staat einstehen. «Ich finde, der Staat sollte als Beispiel vorangehen», erklärte sie vor den Medien.

Zu offener Kommunikation gehöre es auch, Fehler zuzugeben. «In 99 Prozent der Fälle hatte ich Erfolg, wenn ich transparent war», sagte Soland. Sollte sie gewählt werden, wolle sie einen neuen «Drive» in die Regierung bringen: Interne Entscheide sollten schneller in die Öffentlichkeit gelangen, die Türen im Rathaus stets offen sein.

Unterstützung erhielt Soland vom SP-Parteipräsidenten Pascal Pfister und vom Präsidenten der Grünen, Harald Friedl. Deren Worte verhallten im Lysbüchel-Quartiert allerdings rasch. Denn der eigentliche Star des Wahlkampfauftakts war Solands neuer Hund Canela, ein Podenco-Mischling aus dem Tierheim.

Soland, die vor drei Jahren mit ihrem Vorstoss für einen Hundepark auf dem Marktplatz für Aufsehen sorgte, ist nun offenbar selbst auf den Hund gekommen. Ob das eine gute Idee war? Ihr «Meiteli» zog mit lautem Fiepen die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Statt Solands Visionen zu lauschen, liessen Journalisten den Hund mit ihrem Notizpapier spielen.